Romseminar 2012
Leidenschaf(t) Mathematik
Emotionen - Aversionen - Obsessionen
Die Mehrheit bringt der Mathematik Gefühle entgegen, wie sie nach Aristoteles durch die Tragödie geweckt werden sollen, nämlich Mitleid und Furcht. Mitleid denen, die sich mit der Mathematik plagen müssen, und Furcht: dass man selbst einmal in diese gefährliche Lage geraten könnte.
- Paul Epstein (1883 - 1966)
Nur wenn man nicht auf den Nutzen nach außen sieht, sondern in der Mathematik selbst auf das Verhältnis der unbenutzten Teile, bemerkt man das andere und eigentliche Gesicht dieser Wissenschaft. Es ist nicht zweckbedacht, sondern unökonomisch und leidenschaftlich. (...) Die Mathematik ist Tapferkeitsluxus der reinen Ratio, einer der wenigen, die es heute gibt.
- Robert Musil (1880 - 1942)
Auch wenn die Definitionen, Theoreme und Beweise der Mathematik auf den ersten Blick abstrakt und nüchtern wirken, so sind sie doch auf verschiedenste Weise mit Emotionen verbunden, und es lassen sich vielfältige Themen für das Romseminar finden:
- Freude an mathematischer Schönheit
- Leidenschaftliche Mathematiker und ihre Obsessionen
- Faszination von Zahlenmystik und Magie
- Ursachen und Folgen der verbreiteten Angst vor der Mathematik
- Gefühle gegenüber der Mathematik im Spiegel der Literatur
- Können Emotionen mathematisch beschrieben werden?
- Künstliche Intelligenz und Emotionalität
- Gefühle und Computer
Das Seminar bietet dabei die besondere Möglichkeit, über den Tellerrand des eigenen Studienfachs hinaus zu schauen, um sich mit dem historischen und kulturellen Hintergrund der Mathematik und ihrem Bezug zu anderen Disziplinen zu beschäftigen.
- Phase I: 2-wöchentliche Seminarsitzungen zur Vorlesungszeit des WiSe 11/12
- Phase II: Kompaktkurs: 5. bis 10. März 2012 in Rom
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