Romseminar 2009
Maßstäbe
Alles messen, was messbar ist - und messbar machen, was noch nicht messbar ist.
- Galileo Galilei (1564 - 1642)
Es lassen sich nicht zwei so ähnliche Dinge finden, daß sich ihre Ähnlichkeit nicht ins Unendliche steigern ließe. Deshalb wird Maß und Gemessenes trotz aller Angleichung immer verschieden bleiben.
- Nikolaus von Kues (1401 - 1464)
Das Messen - der Vergleich mit einem vorgegebenen Maßstab - ist eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Zum Beispiel auf Landkarten und bei Modellen sind Maßstäbe die Grundlage für jede weitere Interpretation. Mit dem Aufkommen der neuzeitlichen Naturwissenschaft wird das Messen allerdings zum vorherrschenden Mittel, Erkenntnis zu gewinnen. Zunächst in den Naturwissenschaften, zunehmend aber auch in den Sozial- und Geisteswissenschaften werden quantifizierende Methoden eingesetzt, und nicht zuletzt soll sogar die wissenschaftliche Qualität selbst mit den verschiedensten "Rankings" messbar gemacht werden. Andererseits wird z.B. im Rahmen der Quantenphysik deutlich, dass eine Messung ein hochgradig nichttrivialer Vorgang ist, und es ist zu fragen, welche Eigenschaften überhaupt einer Quantifizierung zugänglich sind. Diesen und ähnlichen Themen soll das Romseminar 2009 nachgehen.
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