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Wer kann behandelt werden?

Unser Angebot richtet sich an alle Erwachsenen sowie an Kinder und Jugendliche, die gesetzlich oder privat versichert sind. Informationen wie Sie Erstgespräche in der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz vereinbaren können finden Sie hier.

In der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz der Universität Siegen kann ein breites Spektrum von psychischen Störungen und Problemen behandelt werden. Dazu gehören zum Beispiel

  • Depression und bipolare Störungen
  • Ängste, z. B. Panikstörung, generalisierte Angststörung, soziale Phobien, spezifische Phobien, Prüfungsangst
  • Zwänge
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Akuter Stress und posttraumatische Belastungsstörungen
  • Essstörungen
  • Somatoforme Störungen
  • Anpassungsstörungen
  • Sexuelle Funktionsstörung
  • Störungen der Impulssteuerung

Psychische Störungen, die eine stationäre oder teilstationäre (tagesklinische) Behandlung erfordern, können nicht in der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz behandelt werden.

Kinder und Jugendliche

Wir freuen uns, unser Behandlungsangebot nun auch an Kinder und Jugendliche richten zu können, die gesetzlich oder privat versichert sind. Informationen wie Sie Erstgespräche in der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz vereinbaren können finden Sie hier.

Die Psychotherapeutische Hochschulambulanz bietet Behandlungen an vom Kindergartenalter bis zur Volljährigkeit. Wir behandeln dabei alle psychischen Störungen und Probleme. Dazu gehören zum Beispiel

  • Starke Ängste (z. B. Panikattacken, Ängste mit Gleichaltrigen, Erwachsenen, Schul- und Prüfungsängste, Ängste vor Tieren oder Krankheiten)
  • Stimmungsprobleme (z. B. Traurigkeit, Einsamkeit, Lustlosigkeit, oder ein geringes Selbstwertgefühl)
  • Essstörungen (z. B. deutliches Untergewicht, Erbrechen, Übergewicht oder auffälliges Essverhalten)
  • Einnässen oder Einkoten
  • Konzentrationsprobleme, starke Unruhe und Impulsivität (ADHS)
  • Trotziges oder aggressives Verhalten
  • Probleme, Ärger und Ängste mit Gleichaltrigen
  • Quälende wiederkehrende Gedanken und Rituale (Zwänge)
  • Plötzliche Zuckungen (z. B. im Gesicht) oder Lautäußerungen (z. B. Räuspern)
  • Belastungsreaktionen nach einem traumatischen Erlebnis
  • Schlafstörungen

Psychische Störungen, die eine stationäre oder teilstationäre (tagesklinische) Behandlung erfordern, können nicht in der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz behandelt werden.

 

Pepe, Therapiebegleithund in Ausbildung

Pepe
Therapiebegleithund in Ausbildung

Unser Leistungsspektrum

Die Psychotherapeutische Hochschulambulanz der Universität Siegen bietet verschiedene psychotherapeutische Dienstleistungen an.

  1. Ausführliche Diagnostik: Wir bieten eine detaillierte klinisch-psychologische Diagnostik an. Dazu gehört neben der Diagnose die Abklärung des individuellen Behandlungsbedarfs mit entsprechenden Empfehlungen. Je nach Bedarf können wir Sie bei der Suche nach einer weiterführenden Behandlung unterstützen oder Ihnen eine kurze psychotherapeutische Intervention anbieten.
  2. Einzel- und Gruppentherapie: Darüber hinaus bietet die Psychotherapeutische Hochschulambulanz der Universität Siegen ambulante Psychotherapie als Einzeltherapie und/oder Gruppentherapie an. Erfahren Sie mehr über die Unterschiede zwischen den beiden Therapiesettings so wie die Therapieverfahren die unter den entsprechenden Menüpunkten angeboten werden.
  3. Teilnahme an Forschungsstudien: Als Universitäts- und Forschungsambulanz sind wir auch an der kontinuierlichen Verbesserung bestehender Therapieverfahren und der Entwicklung neuer Ansätze interessiert. Wenn Sie die Voraussetzungen für klinische Forschungsprojekte erfüllen, können Sie sich als Teilnehmer/in anmelden. Auf diese Weise können Sie von neuen Entwicklungen in der Psychotherapie profitieren und aktiv an der Verbesserung der Behandlung psychischer Erkrankungen mitwirken. Weitere Informationen zu aktuellen Projekten finden Sie unter Forschungsschwerpunkte. Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie an der Teilnahme an einer Studie interessiert sind.

Informationen darüber, wie Sie Erstgespräche in der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz vereinbaren können, finden Sie hier.

Therapiesettings

In der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz der Universität Siegen bieten wir leitliniengetreue Psychotherapien im Einzel- und im Gruppensetting an. Dabei kommen unterschiedliche Therapieverfahren zum Einsatz. Eine Empfehlung, ob für Sie eher Einzeltherapie, Gruppentherapie oder eine Kombination sinnvoll ist, besprechen die Therapeut*innen mit Ihnen gemeinsam.

 

Die ambulante Behandlung in der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz der Universität Siegen erfolgt in den meisten Fällen als Einzeltherapie mit einem/einer approbierten Psychologischen Psychotherapeut*in. In der Regel finden die Sitzungen über einen längeren Zeitraum einmal wöchentlich statt und dauern 50 Minuten. In Krisensituationen oder auch bei Einsatz bestimmter therapeutischer Interventionen mit intensivem Übungscharakter können auch mehrere Einzelsitzungen im Block oder Termine in kürzeren zeitlichen Abständen stattfinden. Zum Ende der Therapie hin finden die Sitzungen in der Regel ausschleichend in größeren Abständen statt.

Je nach Zielsetzung und Indikation werden in themenoffenen oder themen-geschlossenen Psychotherapiegruppen spezifische Beschwerden im Kontext psychischer Erkrankungen bearbeitet. Die Gruppentherapie hat sich in vielen Studien als sehr effektiv herausgestellt und besitzt gegenüber der Einzeltherapie zusätzliche besondere Wirkfaktoren, z.B.

  • zu erkennen, dass andere Menschen gleiche oder ähnliche Probleme haben und sich hierdurch weniger allein fühlen
  • Feedback durch andere Teilnehmer*innen erhalten zu können
  • besondere soziale Lerngelegenheiten nutzen können
  • eigene Fähigkeiten und Kompetenzen erfahren können
  • längere therapeutischen Zeitintervalle pro Einheit (in der Regel 100 Minuten anstatt 50 Minuten)

Therapieverfahren

Grundsätzlich gibt es vier Psychotherapieverfahren, die von den Krankenkassen anerkannt sind:

  • Analytische Psychotherapie
  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
  • Verhaltenstherapie
  • Systemische Therapie

Alle vier Verfahren konnten in wissenschaftlichen Studien nachweisen, dass sie wirksam sind. 
Aktuell wird in der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz der Universität Siegen ausschließlich die Verhaltenstherapie angeboten. 
Es ist geplant zukünftig auch die analytische Psychotherapie und die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie anzubieten.

 

Was ist das?

Die Verhaltenstherapie nimmt an, dass unsere Gefühle und Gedanken und unser Verhalten durch Erfahrungen geprägt sind, die wir im Laufe des Lebens machen. Eigenschaften, Verhaltensmuster und Fähigkeiten sind also erlernt und durch neue Lernerfahrungen veränderbar.

In der Verhaltenstherapie wird ein enger Zusammenhang zwischen Verhaltens- und Denkmustern, Einstellungen und Gefühlen angenommen, welcher sich z.B. darin zeigt, wie sie mit aktuellen belastenden Situationen umgehen, wie Sie Ihre Beziehungen gestalten und mit Konflikten umgehen.

Gemeinsam mit Ihrem Therapeuten / Ihrer Therapeutin versuchen sie aktuell belastende und problemrelevante Gedanken, Gefühle, Einstellungen und Verhaltensweisen zu identifizieren und günstig zu verändern. Verhaltenstherapeuten nutzen hierfür eine Vielzahl an Techniken und Methoden, die durch die wissenschaftlich-empirische Forschung als wirksam belegt wurden. Diese werden mit den Patienten bzw. Patientinnen transparent erarbeitet und angewandt.

Ziel ist es, zu lernen mit psychischen Belastungen besser umzugehen, neue Denk- und Verhaltensweisen zu erproben und alte Muster abzulegen. Verhaltenstherapie orientiert sich somit sowohl an aktuellen Problemen als auch an den biographischen Faktoren, die für die Entstehung und Aufrechterhaltung der Beschwerden relevant sind.


Wie sieht eine Verhaltenstherapie ganz konkret aus?

Schema Verhaltenstherapie

In der Verhaltenstherapie werden Sie zunächst insbesondere danach gefragt, woran Sie gerade leiden, was Sie gegenwärtig belastet und Ihr Leben beeinträchtigt. Für diese Störungen sucht Ihr Therapeut / Ihre Therapeutin mit Ihnen gemeinsam nach Erklärungen. Er/Sie spricht mit Ihnen beispielsweise darüber, warum es Ihnen schwerfällt, sich mehr mit anderen Menschen zu treffen, welche schlechten Erfahrungen Sie dabei gemacht haben, aber auch, wie diese Erfahrungen Ihre Erwartungen in aktuellen Situationen prägen.

Die/der Psychotherapeut*in betrachtet mit Ihnen Ihre Denkmuster und überlegt mit Ihnen gemeinsam, wie Sie diese ändern können. Dabei geht es darum, Ihre Annahmen über das, was passieren könnte, zu hinterfragen und neue Wege auszuloten. Die Verhaltenstherapie erfordert dabei Ihre aktive Mitarbeit. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass Sie zwischen den Therapiestunden neue Verhaltensweisen ausprobieren und erlernte Fähigkeiten eigenständig üben. Die/der Psychotherapeut*in wird Ihnen dabei helfen, besser zu verstehen, wie Sie Ihre Beziehungen gestalten und wie Sie Ihr Verhalten so ändern können, dass Sie besser zurechtkommen und weniger leiden.

In der Regel findet eine Behandlungsstunde á 50 Minuten pro Woche statt. In den meisten verhaltenstherapeutischen Sitzungen sitzen Sie dem Psychotherapeuten / der Psychotherapeutin gegenüber. Manchmal umfasst die Therapie aber auch mehrere Stunden in einer Woche zum Beispiel, wenn Sie mit dem Therapeuten/der Therapeutin die Praxis verlassen, um sich einer Situation zu stellen, die Ihnen übergroße Angst macht. Die Behandlung dauert in den meisten Fällen ein halbes bis ein Jahr, manchmal aber auch länger. Die Verhaltenstherapie ist als Kurzzeittherapie (24 Einheiten á 50 Minuten) oder als Langzeittherapie (60 Einheiten á 50 Minuten) möglich. Wenn während der Therapie gemeinsam festgestellt wird, dass eine Verlängerung sinnvoll erscheint, kann diese bei der Krankenkasse beantragt werden (bis zu einer maximalen Dauer von 80 Einheiten á 50 Minuten).

Die Analytische Psychotherapie geht auf die Psychoanalyse zurück, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts begründet wurde und seither weiterentwickelt worden ist. Nach psychoanalytischer Theorie werden psychische Erkrankungen durch innere Konflikte verursacht, die Menschen in ihrem Leben und ihren Beziehungen – insbesondere in den ersten Lebensjahren – erlebt haben. Die Psyche des Menschen sorgt dafür, dass schmerzhafte Erfahrungen und besonders belastende Erlebnisse von der bewussten Wahrnehmung häufig ausgeschlossen, das heißt verdrängt, werden. Die so verdrängten Konflikte beeinflussen jedoch weiter (meistens unbewusst), wie wir denken, fühlen und handeln. Die frühen Beziehungen zu Eltern und Geschwistern prägen dadurch beispielsweise unsere späteren Beziehungen als Erwachsene. Sie können auch zu psychischen Erkrankungen führen, wenn sich die Muster, die wir als Kind gelernt haben, im weiteren Leben als störend oder unbrauchbar erweisen. Psychisch kranke Menschen wiederholen nach der psychoanalytischen Theorie Beziehungsmuster, die ursprünglich einmal eine Lösung waren, sich aber für aktuelle Beziehungen als nicht mehr hilfreich erweisen.

In einem psychoanalytischen Gespräch hilft der Psychotherapeut/die Psychotherapeutin Ihnen, sich die Beziehungsmuster und damit verbundene verdrängte Gefühle, Erinnerungen und innere Konflikte bewusst zu machen. Dafür beschreiben Sie ihm, was Ihnen an Gedanken oder Erinnerungen durch den Kopf geht, ohne das Gesagte zu bewerten oder zu beurteilen. Er geht dabei davon aus, dass diese Assoziationen nicht zufällig sind, sondern etwas darüber sagen, was Sie innerlich bewegt und Ihr Verhalten prägt. Ziel ist es, durch ein vertieftes Verständnis für sich selbst neue Wege aus den sich wiederholenden seelischen Sackgassen zu finden.

Während einer Analytischen Psychotherapie liegen Sie in der Regel auf einer Couch und haben nur einen eingeschränkten Blickkontakt zum Psychotherapeuten/zur Psychotherapeutin. Die Analytische Psychotherapie ist meist eine Langzeittherapie und dauert häufig zwei Jahre oder länger. Sie vereinbaren in der Regel 2 bis 3 Behandlungsstunden pro Woche.

Die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (wie auch die Analytische Psychotherapie) haben ihren Ursprung in der Psychoanalyse. Es wird davon ausgegangen, psychische Beschwerden Ausdruck von (unbewussten) „inneren Konflikten“ sind, die sich in der frühen Biografie entwickelt haben und nicht gelöst werden konnten. Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie nimmt an, dass verdrängte Erfahrungen einen starken Einfluss auf das spätere (und aktuelle) Leben haben. Ziel der Therapie ist es, die unbewussten Konflikte, die zu aktuellen psychischen Beschwerden führen, zu identifizieren und zu lösen.

In einer Tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie sitzen Sie Ihrem Psychotherapeuten mit Blickkontakt gegenüber. Die Psychotherapeutin oder der Psychotherapeut vereinbart mit Ihnen in der Regel 1 bis 2 Behandlungsstunden in der Woche. Die Behandlung ist häufig kürzer als bei der Analytischen Psychotherapie und kann zwischen 6 Monaten und 2 Jahren dauern. Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist als Kurzzeittherapie (24 Einheiten á 50 Minuten) oder als Langzeittherapie (60 Einheiten á 50 Minuten) möglich. Wenn während der Therapie gemeinsam festgestellt wird, dass eine Verlängerung sinnvoll erscheint, kann eine Verlängerung beantragt werden (bis zu einer maximalen Dauer von 100 Einheiten á 50 Minuten).