Begleitforschung des Pilotprojektes IW junior
Für die Pilotisierung von IW Junior im Rahmen der KAoA-Strategie (Kein Abschluss ohne Anschluss) der Landesregierung evaluiert das ZÖBIS, in wie weit sich durch das Projekt Einstellung- und Interessenveränderungen bei den beteiligten Lehrkräften und den Schülerinnen und Schülern ergeben. Das Projekt ist als quantitative Längsschnittstudie mit punktuellem Kontrollgruppenvergleich angelegt. Die Resultate fließen in den eventuellen roll-out von IW Junior im Rahmen von KAoA in NRW ein.
Projektbeschreibung
Das Forschungsprojekt „Wie wirkt die Business Rallye?“ untersucht die Effekte eines unterrichtlichen Entrepreneurship-Formats auf Schülerinnen und Schüler sowie auf Lehrkräfte im schulischen Kontext. Ziel ist es, die Wirksamkeit der sogenannten Business Rallye – eines praxisorientierten Lernarrangements zur Förderung unternehmerischer Kompetenzen – empirisch zu evaluieren.
Ausgangspunkt bildet die Annahme, dass unterrichtliche Angebote nicht nur von curricularen Vorgaben, sondern maßgeblich von Lehrpersonenmerkmalen und deren Umsetzung im Unterricht geprägt sind. Diese beeinflussen wiederum die Nutzung durch Schülerinnen und Schüler sowie die daraus resultierenden Lernerträge.
Das Projekt kombiniert quantitative und qualitative Ansätze, um sowohl messbare Effekte auf zentrale unternehmerische Dispositionen als auch subjektive Wahrnehmungen, Erwartungen und Erfahrungen der Beteiligten zu erfassen. Neben der Wirkung auf Schülerinnen und Schüler wird auch die Rolle der Lehrkräfte sowie die Qualität der eingesetzten Materialien systematisch analysiert.
Schwerpunkte des Projekts
- Untersuchung der Wirksamkeit der Business Rallye im Vergleich zu einer Kontrollgruppe
- Analyse zentraler unternehmerischer Dispositionen (z. B. Selbstwirksamkeit, Risikobereitschaft, Innovationsneigung)
- Untersuchung der Wahrnehmung und Umsetzung durch Lehrkräfte
- Analyse der Motivation, Einstellungen und Lernerfahrungen der Schülerinnen und Schüler
- Bewertung der didaktischen Qualität des Materials und der Aufgaben
- Identifikation von Gelingensbedingungen und Optimierungspotenzialen
Alles auf einen Blick
Forschungsmethoden & Vorgehen
Exploratives Forschungsdesign
Das Projekt folgt einem explorativen Ansatz, um bislang wenig erforschte Zusammenhänge zwischen Selbst- und Fremdzuschreibungen sowie ökonomischen Wertvorstellungen Jugendlicher offen und theoriegeleitet zu erschließen.
Qualitative Datenerhebung durch Interviews
Zentrale Datengrundlage bilden biografisch-narrative Interviews mit Schülerinnen und Schülern verschiedener Schulformen, die Einblicke in individuelle Lebenswelten, Wertorientierungen und Entscheidungsprozesse ermöglichen.
Einsatz von Vignetten zur Erhebung von Fremdzuschreibungen
Zur Analyse von Fremdwahrnehmungen werden KI-generierte Vignetten eingesetzt, anhand derer Jugendliche andere Personen bewerten und so implizite Normalitätsannahmen sichtbar werden.
Aufgaben- und Materialanalyse („Aufgaben-TÜV“)
Die eingesetzten Unterrichtsmaterialien werden anhand eines wissenschaftlichen Analyserasters hinsichtlich Fachlichkeit, Problemorientierung und didaktischer Qualität systematisch bewertet.
Fördermittelgeber und Kooperationspartner
Das Forschungsprojekt wurde im Auftrag des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen (MSB NRW) sowie des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE NRW) durchgeführt und durch das Zentrum für ökonomische Bildung in Siegen (ZÖBIS) wissenschaftlich begleitet.