Darstellung wirtschaftlicher Inhalte in Schulbüchern
Die Studie hat das Ziel, die Darstellung von wirtschaftlichen Inhalten in 40 Schulbüchern der gesellschaftswissenschaftlichen Fächergruppe der Sekundarstufen I und II verschiedener Bundesländer zu erforschen. Innovationen im Vergleich zu frühreren Studien sind:
- Die Differenzierung von textlichem Material in Darstellungs- und Positionstexte,
- Die Berücksichtigung der Aufgaben und deren kriteriengeleiteten Analyse sowie
- Die Analyse auch der Lehrkräftebände und damit vermeintlicher Musterlösungen für die untersuchten Aufgaben.
Das Projekt knüpft an frühere Forschungsaufträge der FNF-Stiftung an, in denen ebenfalls Schulbücher analysiert wurden. Daher soll im vorliegenden Projekt auch auf lange Trends der Darstellung wirtschaftlicher Inhalte abgestellt werden.
Projektbeschreibung
Das Projekt untersucht systematisch, wie ökonomische Themen in deutschen Schulbüchern verschiedener Fächer und Schulstufen vermittelt werden. Im Zentrum steht die Frage, in welchem Umfang und in welcher Qualität wirtschaftliche Inhalte in zentralen Unterrichtsmedien repräsentiert sind und welche fachlichen Perspektiven dabei eingenommen werden.
Ausgangspunkt ist die zentrale Rolle von Schulbüchern als Leitmedium schulischen Unterrichts, das Inhalte strukturiert, didaktisch aufbereitet und maßgeblich zur Unterrichtsgestaltung beiträgt. Vor diesem Hintergrund analysiert das Projekt Schulbücher der Fächergruppen Wirtschaft, Wirtschaft-Politik, Geografie, Gesellschaftslehre und Geschichte in der Sekundarstufe I und II.
Die Studie verfolgt einen produktorientierten Ansatz der Schulbuchforschung und zielt darauf ab, ökonomische Inhalte nicht nur hinsichtlich ihres Umfangs, sondern insbesondere in Bezug auf ihre fachliche Tiefe, Perspektivität und didaktische Qualität zu untersuchen. Dabei werden sowohl Darstellungstexte, Aufgabenformate als auch Lehrkräftebände berücksichtigt, um ein möglichst umfassendes Bild der tatsächlichen Vermittlung ökonomischer Bildung zu gewinnen.
Schwerpunkte des Projekts
- Analyse der Darstellung ökonomischer Inhalte in verschiedenen Fächergruppen und Schulstufen
- Untersuchung der fachlichen Perspektivierung (ökonomisches Denken vs. rein inhaltliche Darstellung)
- Analyse zentraler Themenfelder wie Unternehmertum, Staat, Gerechtigkeit und Globalisierung
- Bewertung der didaktischen Qualität von Aufgaben und Materialien
- Untersuchung der Perspektivität und möglichen Verzerrungen in Schulbüchern
- Vergleich der Ergebnisse zwischen Fächern, Schulstufen und früheren Studien
Alles auf einen Blick
Forschungsmethoden & Vorgehen
Exploratives Forschungsdesign
Das Projekt folgt einem explorativen Ansatz, um bislang wenig erforschte Zusammenhänge zwischen Selbst- und Fremdzuschreibungen sowie ökonomischen Wertvorstellungen Jugendlicher offen und theoriegeleitet zu erschließen.
Qualitative Datenerhebung durch Interviews
Zentrale Datengrundlage bilden biografisch-narrative Interviews mit Schülerinnen und Schülern verschiedener Schulformen, die Einblicke in individuelle Lebenswelten, Wertorientierungen und Entscheidungsprozesse ermöglichen.
Einsatz von Vignetten zur Erhebung von Fremdzuschreibungen
Zur Analyse von Fremdwahrnehmungen werden KI-generierte Vignetten eingesetzt, anhand derer Jugendliche andere Personen bewerten und so implizite Normalitätsannahmen sichtbar werden.
Aufgaben- und Didaktikanalyse
Ein besonderer Fokus liegt auf der Analyse der Aufgabenformate hinsichtlich Anforderungsniveau, Kompetenzorientierung und Förderung ökonomischen Denkens.
Fördermittelgeber und Kooperationspartner
Das Forschungsprojekt wurde im Auftrag von DIE FAMILIENUNTERNEHMER e. V. sowie der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit durchgeführt und in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für ökonomische Bildung in Siegen (ZÖBIS) realisiert.
Die Kooperation verbindet wissenschaftliche Expertise mit praxisnahen Perspektiven aus Wirtschaft und Bildungspolitik und ermöglicht so eine fundierte Analyse der ökonomischen Bildung im schulischen Kontext.