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Evaluation des Erweiterungsstudiengangs Wirtschaft im Lehramt an der Universität Siegen 2025-2028

Im Zuge der Kernlehrplanreformen 2019 und 2020 wurden bisher die universitären Studiengänge Sozialwissenschaften noch nicht angepasst. Das ZÖBIS hat daher zur freiwilligen Profilbildung der Studierenden einen Erweiterungsstudiengang Wirtschaft im Lehramt aufgesetzt, der zum Wintersemester 2021/2022 mit 76 Studierenden gestartet ist. Unser Forschungsinteresse ist, die Motivation der Studierenden sowie die Wirkung des Studiengangs im Zeitverlauf im Vergleich zum bisherigen Studiengang Sozialwissenschaften herauszufinden.

Studierende in der Stadt

Projektbeschreibung

Das vorliegende Forschungsprojekt untersucht die Einführung und Umsetzung eines Erweiterungsstudiengangs im Bereich Wirtschaft für das Lehramt an der Universität Siegen. Ausgangspunkt ist eine bildungspolitische Transformation im Land Nordrhein-Westfalen, in deren Zuge ökonomische Inhalte im Schulfach Wirtschaft-Politik gestärkt wurden, ohne jedoch ein eigenständiges Lehramtsstudium für das Fach Wirtschaft flächendeckend zu etablieren.

Vor diesem Hintergrund wurde ein Erweiterungsstudiengang konzipiert, der es Lehramtsstudierenden ermöglicht, eine zusätzliche Lehrbefähigung im Fach Wirtschaft zu erwerben. Das Projekt analysiert diesen Studiengang systematisch im Sinne einer evidenzbasierten Lehrkräftebildungsforschung. Im Zentrum steht die Frage, wie Studierende das Angebot wahrnehmen, nutzen und welche Wirkungen sich daraus ergeben.

Theoretisch basiert die Untersuchung auf dem etablierten Input-Prozess-Output-Modell der Bildungsforschung, das davon ausgeht, dass individuelle Voraussetzungen der Studierenden (Input), die Nutzung und Gestaltung des Studienangebots (Prozess) sowie die resultierenden Kompetenzen und Einstellungen (Output) in einem systematischen Zusammenhang stehen.

Methodisch folgt das Projekt einem Mixed-Methods-Ansatz, der quantitative Längsschnittdaten mit qualitativen Interviews kombiniert. Auf diese Weise können sowohl Veränderungen in Einstellungen und Motivation als auch subjektive Wahrnehmungen, Studienerfahrungen und praxisbezogene Einschätzungen differenziert erfasst werden.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, inwiefern der Studiengang zur Professionalisierung angehender Lehrkräfte im Bereich ökonomischer Bildung beiträgt und wie gut er auf die Anforderungen schulischer Praxis vorbereitet. Gleichzeitig wird untersucht, welche strukturellen, motivationalen und inhaltlichen Faktoren die Nutzung und Wirkung des Studienangebots beeinflussen.

Schwerpunkte des Projekts

  • Analyse der Studierendenstruktur und Studienmotivation im Erweiterungsstudiengang
  • Untersuchung der Wahrnehmung, Nutzung und Bewertung des Studienangebots durch Studierende
  • Analyse möglicher Einstellungsveränderungen im Verlauf des Studiums (z. B. wirtschaftspolitische Einstellungen)
  • Bewertung der Praxisrelevanz und Berufsorientierung der Studieninhalte
  • Untersuchung von Studienverläufen, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren
  • Analyse der Passung zwischen Studienangebot und Anforderungen schulischer Praxis
  • Evaluation der institutionellen Implementierung eines neuen Studienangebots im Kontext bildungspolitischer Reformen

Alles auf einen Blick

  • Icon Kalender

    Laufzeit
    01.01.2025 - 31.12.2028 (laufend)

  • Icon Tag

    Forschungsbereich
    Lehrkräftebildung

  • Icon Abzeichen Euro

    Finanzierung
    Flossbach von Storch Stiftung

 

Forschungsmethoden & Vorgehen

1

Exploratives Forschungsdesign

Das Projekt folgt einem explorativen Ansatz, um bislang wenig erforschte Zusammenhänge zwischen Selbst- und Fremdzuschreibungen sowie ökonomischen Wertvorstellungen Jugendlicher offen und theoriegeleitet zu erschließen.

2

Qualitative Datenerhebung durch Interviews

Zentrale Datengrundlage bilden biografisch-narrative Interviews mit Schülerinnen und Schülern verschiedener Schulformen, die Einblicke in individuelle Lebenswelten, Wertorientierungen und Entscheidungsprozesse ermöglichen.

3

Einsatz von Vignetten zur Erhebung von Fremdzuschreibungen

Zur Analyse von Fremdwahrnehmungen werden KI-generierte Vignetten eingesetzt, anhand derer Jugendliche andere Personen bewerten und so implizite Normalitätsannahmen sichtbar werden.

Das Projektteam

Nils Goldschmidt

Univ.-Prof. Dr. Nils Goldschmidt

Professor
AOR Marco Rehm

AOR Dr. Marco Rehm

Akademischer Oberrat
Bild von Romina Kron

Romina Kron M.Ed.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Fördermittelgeber und Kooperationspartner

Das Forschungsprojekt wird durch die Flossbach von Storch Stiftung gefördert und am Zentrum für ökonomische Bildung in Siegen (ZÖBIS) durchgeführt.

Die Förderung ermöglicht eine evidenzbasierte Analyse und Weiterentwicklung des Erweiterungsstudiengangs Wirtschaft und trägt dazu bei, die Qualität der ökonomischen Lehrkräftebildung nachhaltig zu stärken.

Weiterführende Links

Flossbach von Storch Stiftung