Religionssensibilität
Sensibilität für religiöse und weltanschauliche Vielfalt bei Fachkräften in helfenden Berufen
Die Studie fragt in einer quantitativen Erhebung, wie Fachkräfte Situationen wahrnehmen, in denen Religion und Weltanschauung eine Rolle spielen könnten, welche Bedeutung sie diesen beimessen und wie sie im Berufsalltag damit umgehen.
Problemkontext
Fachkräfte in helfenden Berufen arbeiten in einem gesellschaftlichen Kontext, der durch religiöse und weltanschauliche Vielfalt geprägt ist. Wissenschaftlich wird seit einigen Jahren verstärkt darauf hingewiesen, dass zwar kultursensible und diversitätsbezogene Ansätze etabliert sind, nicht jedoch der Blick auf religiöse und weltanschauliche Aspekte des beruflichen Alltags. Es ist weitgehend ungeklärt, wie Fachkräfte Situationen wahrnehmen, in denen Religion und Weltanschauung eine Rolle spielen könnten, welche Bedeutung sie diesen beimessen und wie sie im Berufsalltag damit umgehen.
Fragestellung
Die Studie untersucht, ob und in welchen beruflichen Alltagssituationen religiöse und weltanschauliche Aspekte für die professionelle Praxis in helfenden Berufen eine eigenständige Rolle spielen und professionelles Handeln beeinflussen. Es wird erhoben, wie Fachkräfte solche Situationen wahrnehmen, wie sie diese einordnen und wie sie im beruflichen Alltag damit umgehen.
Methode
Die Studie wird als quantitative Online-Befragung unter Fachkräften in helfenden Berufen durchgeführt (deutschlandweit mit Schwerpunkt auf der Wohlfahrtspflege in NRW). Sie verbindet standardisierte Einschätzungen mit realitätsnahen, vignettengestützten Alltagssituationen, um sowohl Einstellungen als auch konkretes berufliches Handeln differenziert erfassen zu können.
Bedeutung des Projekts
Die Studie liefert systematische empirische Einblicke in die Rolle religiöser und weltanschaulicher Aspekte im Berufsalltag helfender Berufe. Für die wissenschaftliche Auseinandersetzung schafft sie eine Grundlage für die weitere Erforschung von Religionssensibilität, indem erstmals ein quantitatives Messinstrument für dieses Konstrukt entwickelt und erprobt wird. Für Einrichtungen und Träger ermöglicht sie eine differenzierte Einschätzung, in welchen Bereichen entsprechende Themen in der Praxis relevant sind und wo konkrete Unterstützungs- und Fortbildungsbedarfe bestehen. Sie kann damit eine Grundlage für Personalentwicklung, Qualitätsentwicklung und Organisationsentwicklung bieten.
Alles auf einen Blick
Projektpartner
Universität Siegen: Ulrich Riegel & Lucas Döbel
Evangelische Hochschule Hessen: Tobias Klünker
Katholische Hochschule NRW: Werner Schönig
Fachbereich Dialog im Erzbistum Köln: Uli Thomas