Projektbeschreibung
Dieses Projekt untersucht den Zusammenhang zwischen Elternschaft und subjektivem Wohlbefinden im mittleren und späten Lebensalter. Da erwachsene Kinder oft ihre Eltern im hohen Alter pflegen und unterstützen, argumentieren Familiensoziologen häufig, dass Eltern ein höheres subjektives Wohlbefinden erfahren als Nicht-Eltern. Andere Forschende weisen jedoch darauf hin, dass angespannte Eltern-Kind-Beziehungen das subjektive Wohlbefinden älterer Eltern beeinträchtigen können. Bisherige Untersuchungen zu diesem Zusammenhang haben zu inkonsistenten Ergebnissen geführt und sind in vielerlei Hinsicht begrenzt. Dieses Projekt zielt darauf ab, neue Erkenntnisse über die Unterschiede im Wohlbefinden zwischen Eltern und kinderlosen Personen in Deutschland und Europa zu gewinnen, indem nationale (SOEP, DEAS) und internationale (SHARE, ESS) repräsentative Datensätze untersucht werden.
Das Projekt gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil wird die Multidimensionalität des subjektiven Wohlbefindens berücksichtigt. Hier werden wir untersuchen, inwiefern Elternschaft mit positiven und negativen Aspekten des subjektiven Wohlbefindens zusammenhängt und ob sich positive und negative Effekte hinsichtlich der Gesamtwirkung der Elternschaft auf das subjektive Wohlbefinden gegenseitig aufheben.
Der zweite Teil des Projekts konzentriert sich auf die Heterogenität des Zusammenhangs zwischen Elternstatus und subjektivem Wohlbefinden. Hier untersuchen wir, ob dieser Zusammenhang durch Merkmale der Eltern-Kind-Beziehung und wichtige Ereignisse im Leben erwachsener Kinder und Eltern im hohen Alter vermittelt und moderiert wird.
Im dritten Teil des Projekts wird analysiert, inwieweit die Differenz des subjektiven Wohlbefindens zwischen Eltern und Nicht-Eltern durch kontextuelle Faktoren beeinflusst wird. Dabei geht es um die Frage, ob unterschiedliche institutionelle Unterstützungsangebote für ältere Menschen und unterschiedliche gesellschaftliche Normen in Bezug auf Elternschaft den Zusammenhang zwischen Elternschaft und subjektivem Wohlbefinden beeinflussen.
Alles auf einen Blick
Veröffentlichungen
- Tolkamp, M., & Pollmann-Schult, M. (2025). Widowhood and loneliness: Do close relations with adult children alleviate loneliness among widowed parents? Aging & Mental Health, 29(12), 2227-2237.
https://doi.org/10.1080/13607863.2025.2512214 - Pollmann-Schult, M. (2025). Parenthood and life satisfaction in older age: Examining the moderating role of social norms and economic vulnerability. European Journal of Ageing, 22(1), 16. https://doi.org/10.1007/s10433-025-00853-1
- Tolkamp, M., & Pollmann-Schult, M. (2024). Subjective Well-Being of Parents and Childless People in Older Age in Germany. Applied Research in Quality of Life, 19(6), 3335–3356. https://doi.org/10.1007/s11482-024-10376-z