Historische Theologie
Seminar für Katholische Theologie
Wir erforschen Historische Theologie und Kirchengeschichte, die Menschen der Vergangenheit, ihr Handeln und ihre Antworten auf die großen Fragen des Lebens. Unsere Arbeit basiert auf einem breiten Spektrum an Quellen: Theologische Texte, Inschriften, archäologische Funde, Kunstwerke, Kirchengebäude, Literatur oder Musik können ebenso Ausgangspunkt wie Inhalt unserer Reflexion sein. Wir überlegen, wie man historischen religiösen Phänomenen methodisch am besten auf den Grund geht und arbeiten mit den klassischen geschichtswissenschaftlichen Methoden ebenso wie mit Ansätzen der Digital Humanities.
Die Geschichte hat Theologie und Kirche zu dem gemacht, was sie heute sind. Wir rekonstruieren Formen des Christseins und Kircheseins, Entwicklungen theologischen Denkens und des Ringens darum, wie man christliches Leben gestalten kann. Diese Spuren der Vergangenheit versuchen wir aus ihren Kontexten heraus zu verstehen und für die gegenwärtigen theologischen Diskurse fruchtbar zu machen.
Forschungsprofil
Der Forschungsschwerpunkt der Professur für Historische Theologie liegt in der Zeit der Alten Kirche. Wir arbeiten derzeit vor allem zu folgenden Fragestellungen:
Die laufende Forschung von Dr. Monnica Klöckener erstreckt sich auf Fragen von Tod und Trost, auf die Geschichte der Bibelauslegung und -rezeption sowie der Theologie und Rezeption des Origenes. Sie erprobt und evaluiert Methoden der Digital Humanities für kirchenhistorische Textcorpora und reflektiert wissenschaftlich-theologische Schreibprozesse.
Die Forschungsschwerpunkte von Dr. Niklas Bend liegen in der Christentums- und Religionsgeschichte der Spätantike mit besonderem Augenmerk auf außerrömischen Kontexten, dem Raum des Roten Meeres, der Umweltgeschichte und den Environmental Humanities sowie der Kulturgeschichte der Spätantike.
PD Dr. Sebastian Hanstein verbindet frühchristliche Sozialgeschichte, Liturgiegeschichte und Häresiegeschichte mit einem Schwerpunkt auf der Praxis christlicher Identität in der Spätantike. Er untersucht Gemeindealltag, Rollenbilder, Autorität, Konflikte und soziale Ungleichheit sowie die spätantike Umcodierung von Familie, Reichtum, Ehre und Patronage. Besondere Schwerpunkte bilden das Corpus Caspari, die stadtrömische Liturgie und Gallien im 5. Jahrhundert, insbesondere Salvian von Marseille und monastische Netzwerke.
Für all diese Projekte kooperieren wir interdisziplinär mit führenden Personen und Institutionen in Deutschland sowie weltweit, beispielsweise mit dem Centre for the Study of Antiquity and Christianity (C-SAC), Aarhus Universitet/DK, dem Mortuary Ritual Network der Rijksuniversiteit Groningen/NL, der Forschungsstelle Origenes sowie der Forschungsstelle Brief der Universität Münster und dem Service Center for Digital Humanities der Universität Münster.
Forschungsschwerpunkte
- Tod und Trost in der Alten Kirche
- Bibelauslegung, besonders in der Zeit der Alten Kirche
- Origenes und seine Rezeption
- Umweltgeschichte in der Antike, environmental history
- Schriften des sog. Corpus Caspari
- Wissenschaftlich-theologisches Schreiben und Hochschuldidaktik, besonders Kirchengeschichtsdidaktik
- Digital Humanities