CODROMO – Cooperative Drone Mobility
Entwicklung und Erprobung einer containerbasierten Remote-Tower-Infrastruktur für urbane Drohnenlogistik im U-Space der Stadt Siegen.
Problemstellung
Unbemannte Luftfahrtsysteme (UAS/Drohnen) eröffnen für medizinische, industrielle und behördliche Anwendungen neue Transportwege – mit kurzen Reaktionszeiten, hoher Verlässlichkeit und der Entlastung bodengebundener Verkehrsnetze. Dem steht jedoch eine kritische Infrastrukturlücke gegenüber: Für den sicheren, skalierbaren und diskriminierungsfreien Regelbetrieb im unteren Luftraum (U-Space) fehlt bislang eine integrierte Air-Traffic-Control-Infrastruktur.
Der gegenwärtige Status quo ist durch isolierte Einzellösungen geprägt; kooperative BVLOS-Operationen (Beyond Visual Line of Sight) unterschiedlicher Betreiber lassen sich damit weder verlässlich überwachen noch konfliktfrei koordinieren. CODROMO adressiert diese Lücke durch die Entwicklung einer containerbasierten Remote-Tower-Infrastruktur als betreiberoffenes U-Space-Überwachungssystem. Das Reallabor Südwestfalen – mit Einbindung von Kreisleitstelle, Katastrophenschutz und DLRG – dient als Erprobungsraum.
Vorgehensweise
Das Projekt gliedert sich in fünf aufeinander aufbauende Arbeitsphasen über eine Laufzeit von 30 Monaten:
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Aufbau- und Analysephase (Monate 1–2): Etablierung von Governance-Strukturen, Anforderungsanalyse mit allen Partnern und Aufbau eines ISO-31000-orientierten Risikorahmens. Ergebnis: gemeinsam freigegebenes Lastenheft und Validierungsplan.
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Design- und Entwicklungsphase (Monate 3–6): Entwicklung von Systemarchitektur und Sicherheitskonzept, MVP der Leitstandssoftware sowie Spezifikation von IoT-Landing-Pads, BOS-Schnittstellen und ADS-B-Kenntlichmachung. Parallel: Aufbau der Container-Grundausstattung.
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Integrations- und Inbetriebnahmephase (Monate 7–16): Zusammenführung aller Komponenten zum funktionsfähigen Gesamtsystem, End-to-End-Integration, Beta-Tests und praxisnahe Erprobung mit allen Partnerorganisationen.
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Test- und Validierungsphase (Monate 17–26): Sicherheitstests (Netzausfall, Fallback, Kill-Switch), BVLOS-Einsätze im Mehroperator-Betrieb sowie realitätsnahe BOS-Krisenszenarien (Hochwasser, Waldbrand, Personensuche).
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Demonstrations- und Transferphase (Monate 27–30): Öffentliche Live-Demonstrationen, Abschlussdokumentation, Betriebshandbücher und Verstetigungsfahrplan für die Übertragung auf weitere Kommunen und Anwendungsfelder.
Der Fokus des Lehrstuhls für Dienstleistungsentwicklung in KMU und Handwerk liegt dabei auf Koordination, Systemintegration, wissenschaftlicher Begleitung sowie Compliance und Risikomanagement nach ISO 31000.
Zielsetzung
CODROMO verfolgt sechs zentrale Projektziele:
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Remote Tower als ATC-Backbone: Aufbau einer betreiberneutralen Leitstandsarchitektur mit Rollen- und Rechtemanagement, KI-gestütztem Flight-Tracking und kooperativer Konfliktmitigation.
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Start-/Lande-Infrastruktur: IoT-integrierte Landing-Pads mit Zustands- und Wettererfassung, Visual Aids und prozeduralen Turnaround-Checks.
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BVLOS-Mehrparteienbetrieb: Validierte Mehroperator-Szenarien mit Staffelungs- und Priorisierungslogiken sowie Koexistenzverfahren für bemannten Luftverkehr.
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Sicherheit & Compliance: Risikomanagement nach ISO 31000, Datenschutz-Folgenabschätzung und Secure-by-Design-Architektur.
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BOS-Integration: TETRA-Anbindung, Leitstellen-Schnittstellen und validierte Einsatzszenarien für Feuerwehr, DLRG und THW.
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Wissenstransfer & Verstetigung: Open-Access-Publikationen, Schulungs- und Betriebshandbücher sowie Übertragbarkeit auf weitere Kommunen und Anwendungsfelder.
Alles auf einen Blick