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Zertifikat „Organising Gender & Diversity in Forschung, Lehre und Verwaltung“

Welche Rolle spielen Gender- und Diversity-Aspekte in der Forschung und in Förderanträgen? Welche unbewussten Bias können Berufungsverfahren beeinflussen? Wie lässt sich Lehre so gestalten, dass sie der Unterschiedlichkeit der Studierenden gerecht wird? Und wie gelingt eine diversitätssensible Kommunikation in den Service- und Beratungsbereichen?

Wenn Sie sich mit diesen Fragen auseinandersetzen möchten, bietet Ihnen das Zertifikat „Organising Gender & Diversity in Forschung, Lehre und Verwaltung“ eine fundierte Orientierung und praxisnahe Vertiefung.

Bücherregal, das von der Sonne beschienen wird.

Worum geht es bei dem Zertifikat?

Das Zertifikat vermittelt grundlegende Kenntnisse zu Gender Mainstreaming, Diversity Management und den Mechanismen von Diskriminierung. Es qualifiziert im Umgang mit diversitätssensiblen Methoden und Instrumenten und unterstützt dabei, Gender- und Diversity-Perspektiven in eigene Arbeitsbereiche zu integrieren – sei es in der Forschung, der Lehre, der Beratung, der Verwaltung oder in der Zusammenarbeit mit Kolleg*innen und Studierenden.

Mit dem erfolgreichen Abschluss erhalten die Teilnehmenden einen qualifizierenden Nachweis, der Bewerbungen beigelegt werden kann und dokumentiert, dass sie sich vertieft mit den Themen Gender & Diversity auseinandergesetzt haben. Zugleich bietet das Zertifikat eine Form der Weiterbildung im Rahmen der Personalentwicklung der Universität und trägt zur Stärkung einer diversitätssensiblen Hochschulkultur bei.

Für wen ist das Zertifikat?

Das Zertifikat richtet sich an alle Mitarbeitenden der Universität, die ihre Gender- und Diversity-Kompetenzen für ihren jeweiligen Arbeitsbereich vertiefen möchten. Dazu gehören Hochschullehrende, wissenschaftliches Personal, Personen mit Personalverantwortung, Mitarbeitende in Technik und Verwaltung, wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte, sowie alle, die im Kontakt mit Studierenden, Kolleg*innen oder externen Partner*innen tätig sind. 

Das Zertifikat ist modular aufgebaut, um den Teilnehmenden eine individuelle Schwerpunktsetzung zu ermöglichen. Die vertiefenden Angebote sind spezifisch auf die Bedürfnisse der verschiedenen Beschäftigtengruppen zugeschnitten. Mitarbeitende aus Forschung, Lehre und Verwaltung können so diejenigen Inhalte auswählen, die für ihre Aufgabenfelder und Fragestellungen besonders relevant sind. Einführung und Abschluss rahmen das Zertifikatsprogramm.

Wie funktioniert das Zertifikat?

Alle Teilnehmenden absolvieren für die Zertifizierung vier Module, von denen jedes mit 8 Arbeitseinheiten (AE) ausgewiesen ist. Das heißt, dass das Zertifikatsprogramm 4 Arbeitstage bzw. 32AE umfasst. Neben dem Einführungsmodul und dem Abschlussmodul, die für alle Teilnehmenden verpflichtend sind, können die Teilnehmenden zwei Module aus vier thematischen Bereichen wählen.

  1. Forschung & Wissenschaft
  2. Lehre & Studium
  3. Service & Management
  4. Personalgewinnung und Berufungsverfahren

Diese Schwerpunkt- und Erweiterungsmodule ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung mit den jeweils relevanten Anforderungen und Praxisfeldern.

Das Zertifikatsprogramm setzt sich einerseits aus spezifisch entwickelten Angeboten zusammen und andererseits aus bereits vorhandenen Angeboten der Universität Siegen, die sich mit Gender und Diversität in den Bereichen Forschung, Studium und Lehre, Beratung und Führung befassen, und für das Zertifikat angerechnet werden können.

Es wird empfohlen, das Gesamtzertifikat in einem Zeitraum von max. 2 Jahren abzuschließen. Hierfür werden das Einführungs- und Abschlussmodul mind. 1x pro Kalenderjahr, sowie je zwei Schwerpunkt-Module pro Jahr angeboten.

 

Informationen zu den einzelnen Schwerpunktmodulen

Im Einführungsmodul erarbeiten Sie zentrale Fragestellungen, Theorien und Methoden von Gender Mainstreaming und Diversity Management – und beleuchten ihre historischen Entstehungszusammenhänge. Sie setzen sich mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen auseinander und reflektieren die Bedeutung dieser Themen in Ihrem beruflichen Umfeld. 

Sie lernen den Mehrwert einer diversitätssensiblen Organisation auf verschiedenen Ebenen kennen und verstehen, warum Gender Mainstreaming und Diversity Management insbesondere im Hochschulkontext essenziell sind.

In diesem Modul befassen Sie sich mit der Bedeutung von Geschlecht und Diversität für Forschungsvorhaben in allen Phasen des wissenschaftlichen Arbeitens. Sie lernen, inwiefern Merkmale wie Geschlecht, gesundheitlicher Zustand, Herkunft oder kultureller Hintergrund sowohl bei Forschenden als auch bei Beforschten – oder bei den von Forschungsergebnissen betroffenen Personengruppen – eine Rolle spielen können.

Sie analysieren, wie sich diese Faktoren auf Forschungsdesign, Datenerhebung, Methodenwahl und Interpretation von Ergebnissen auswirken. Darüber hinaus erhalten Sie einen Einblick, welche Anforderungen und Erwartungen Forschungsförderinstitutionen im Bereich Gender- und Diversity-Integration inzwischen formulieren und wie Sie diese Aspekte in Anträgen adäquat berücksichtigen.

Das Modul unterstützt Sie darin, Forschung differenzierter zu planen und diversitätssensibel zu gestalten – für fundiertere Ergebnisse und höhere Qualität wissenschaftlicher Praxis.

In diesem Modul setzen Sie sich mit den Herausforderungen und Potenzialen heterogener Lerngruppen auseinander. Sie reflektieren unterschiedliche Bildungserfahrungen, Lern- und Arbeitsstile sowie Formen des interpersonalen Kontakts zwischen Lehrenden und Studierenden, und lernen, wie ein sensibler und professioneller Umgang mit diesen Unterschieden gelingen kann.

Sie erarbeiten, wie Sie Seminare und Vorlesungen Gender- und Diversity-sensibel gestalten können: von der didaktischen Aufbereitung der Inhalte bis zur Bereitstellung barrierefreier Materialien und Formate für vielfältige Studierendengruppen. Zudem beschäftigen Sie sich mit Herausforderungen in Prüfungssituationen und lernen, wie geeignete Maßnahmen – etwa Nachteilsausgleiche – verantwortungsvoll und rechtssicher umgesetzt werden.

In diesem Modul befassen Sie sich mit der praktischen Umsetzung von Gender- und Diversity-Aspekten im Management- und Führungsalltag. Sie reflektieren typische Herausforderungen, denen Führungskräfte und Mitarbeitende in divers zusammengesetzten Teams begegnen, und erarbeiten Ansätze für eine Zusammenarbeit, die unterschiedliche Lebenslagen, Perspektiven und Bedürfnisse berücksichtigt. Darüber hinaus setzen Sie sich mit der Entstehung von Konflikten auseinander und entwickeln Strategien für deren konstruktive Lösung.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der diversitätssensiblen Gestaltung von Service- und Beratungsangeboten. Sie erhalten Einblicke, wie Sie heterogene Ratsuchende professionell begleiten und Beratungssettings so gestalten können, dass sie unterschiedlichen Hintergründen, Voraussetzungen und Bedürfnissen gerecht werden.

In diesem Modul setzen Sie sich mit unbewussten Mechanismen auseinander, die Personalauswahlprozesse beeinflussen, konkret mit Voreingenommenheiten oder Wahrnehmungsverzerrungen (im Englischen "bias"; dt.: Singular Bias, Plural Bias). Sie reflektieren diese Prozesse kritisch und entwickeln Strategien, wie solche Muster im beruflichen Handeln erkannt und überwunden werden können.

Diese unconscious bias, also unbewusste positive und negative Voreingenommenheiten und Verzerrungen, können sich auf Geschlecht, Herkunft, Gesundheitszustand, familiäre Verpflichtungen beziehen. In Personalauswahlprozess können auch Vorstellungen von „Normalbiografien“ Einfluss auf das Verfahren nehmen. Bias sind allen Menschen in unterschiedlicher Ausprägung eigen.

Dieses Modul unterstützt Sie darin, Auswahlprozesse fairer, transparenter und diversitätssensibel zu gestalten und damit zu einer qualitätsgesicherten Personalgewinnung beizutragen.

Im Abschlussmodul reflektieren Sie das im Zertifikatsverlauf erworbene Wissen und seine Bedeutung für Ihre berufliche Praxis. Sie wählen dabei zwischen zwei Formen der Abschlussleistung:

  • Sie führen entweder über alle Module der Fortbildung hinweg ein Fortbildungstagebuch, in welchem Sie das Gelernte kritisch reflektieren,
  • oder Sie wenden ein selbstgewähltes Schwerpunktthema auf Ihren eigenen Arbeitsbereich an, und arbeiten dies schriftlich aus.

Die Begleitung, Begutachtung sowie eine schriftliche Rückmeldung zu Ihrer Abschlussleistung erfolgen durch die Koordinatorin des Zertifikats.

Kontakt

Dr. Antje Schnoor

Expert*in Zertifikat Organising Gender & Diversity

Kontakt

antje.schnoor@uni-siegen.de
0271 740 - 2237
AR-K 212
Adolf-Reichwein-Str. 2