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Psychologische Beratung für Studierende

Für Studierende der Universität Siegen bieten wir psychologische Beratungsgespräche und Workshops zu verschiedenen Themen an.

Drei Mitarbeiterinnen bilden die Psychologische Beratung

Unsere Veranstaltungen

Derzeit sind keine Veranstaltungen verfügbar.

Kontakt

Dipl.-Psych. Emine Selvi

Mitarbeiter*in

Psychologische Beratung
 

Kontakt

emine.selvi@zv.uni-siegen.de
+49 271 740-4300
F-S 205
Sandstraße 16-18

Sophie Seeger M.Sc. Psychologin

Mitarbeiter*in

Psychologische Beratung

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sophie.seeger@zv.uni-siegen.de
+49 271 740-4300
F-S 204
Sandstraße 16-18

Christina Eisenbach M.Sc. Psychologin

Mitarbeiter*in

Psychologische Beratung

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christina.eisenbach@zv.uni-siegen.de
+49 271 740-4300
F-S 206
Sandstraße 16-18

Psychologische Beratung

Beratungen persönlich, telefonisch und per Video

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Beratung & Service

Unsere Beratungszeiten:

  • Montag bis Freitag mit vorheriger Anmeldung -  E-Mail

Offene Sprechstunde (ohne Termin)

  • Dienstag von 13:00 - 15:00 Uhr F-S 204-206
  • Montag von 10:30 - 12:00 Uhr (telefonisch unter 0271 740-4300)
Beratungsgespräch mit einer Studentin

Prüfungsangst

Einige wenige spüren nur leichte Aufregung bei dem Gedanken an die bevorstehende Prüfung. Auch dies könnte man bereits als Anzeichen von Angst bezeichnen. Bei den meisten ist die Angst und Unsicherheit ausgeprägter bspw.: Zittern, Herzklopfen, Schweißausbrüche, weiche Knie, Verspannungen und ein mulmiges Gefühl im Magen bis hin zu Übelkeit, Magenkrämpfen und Durchfall sind typische körperliche Erscheinungen der Angst. Hinzu kommen Gedanken, in der Prüfung zu versagen. Es kann zu Schlafstörungen, Erschöpfung und Panikzuständen kommen, die die Leistungsfähigkeit in der Vorbereitungsphase sowie in der Prüfung erheblich einschränken.


Ungeachtet der Angst schaffen die meisten Studierenden die Prüfungen aus eigener Kraft beziehungsweise durch die Hilfe von Freunden und Familie zu bewältigen. Bei den wenigsten ist die Angst so ausgeprägt, dass das Schreiben der Prüfung unmöglich wird. 

 

Wann ist es sinnvoll sich Hilfe zu suchen?

  • Die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit ist schon in der Vorbereitung wegen der Angst und ihren Auswirkungen erheblich herabgesetzt.
  • Die Leistungsfähigkeit in der Prüfung ist angstbedingt stark herabgesetzt, hinzu können Blackouts kommen.
  • Prüfungen werden wegen der Angst abgesagt oder es wird sich erst gar nicht angemeldet.
  • Es besteht in Bezug auf die Angst ein übermäßiger Leidensdruck.

Prüfungsängste können auch im Zusammenhang mit anderen behandlungsbedürftigen Angsterkrankungen auftreten, wie bspw. Phobien, sozialen Ängsten sowie anderen psychischen Problemen. 


Studierende, die im Umgang mit Prüfungsängsten fachliche Hilfe möchten, können sich bei der psychologischen Beratung melden. Die Psychologische Beratung ist kostenlos, vertraulich und unbürokratisch für alle Studierenden. Des Weiteren sind selbstverständlich alle niedergelassenen Psychotherapeut*innen kompetente Ansprechpersonen.

Tatsächlich ist es nicht sinnvoll der Angst ein Ende zu machen, sondern sie gezielt einzusetzen oder auf ein gesundes Maß zu reduzieren. Die Angst weg zu machen, hieße sie zu verdrängen oder sich mit einem Thema zu beschäftigen welches einem gleichgültig ist. Angst ist durchaus eine sinnvolle Emotion, die produktiv genutzt werden kann. Es gibt viele Tricks und Kniffe mit Nervosität und Lampenfieber besser umzugehen, welche im Folgenden ohne Anspruch auf Vollständigkeit aufgelistet sind und welche wir aus unserer Erfahrung in der Arbeit mit Studierenden als hilfreich ansehen.
Versuchen nicht alle auf einmal zu realisieren! Es ist sinnvoller einen Tipp konsequent umzusetzen als viele Tipps halbherzig. Der Prüfungsangst kann man vorbeugen, indem man bestimmte Faktoren beachtet.

 

Im Alltag:

  • Körper und Geist brauchen Auszeiten vom Lernen, gönnen dir daher ausreichend Freizeit und genieße das Leben. Erlaube dir Dinge, die dir gut tun. Idealerweise gehört zur Freizeit auch ein freies Wochenende bzw. zwei Tage ohne Uni oder Arbeit. Wir empfehlen mindestens an einem Tag die Woche sich nur für Freizeitaktivitäten freizuhalten.
  • Lerne Entspannungsübungen (bspw. Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Yoga, Meditation, etc.). Diese helfen dabei die Angst zu dämpfen. Atemübungen sind besonders geeignet, leicht zu lernen und überall einsetzbar (s. Workshopangebot)
  • Plane vor der Prüfung, was du nach der Prüfung alles Schönes machen willst. Das stärkt die Motivation und das Durchhaltevermögen.

Prüfungssituation:

  • Besuche möglichst Veranstaltungen des/der Prüfer*in. Wenn du dir zutraust, kontaktiere den/die Prüfer*in vorab, lerne ihn/sie kennen und sprich gegebenenfalls deine Bedenken konkret an.
  • Besorge dir die Prüfungsordnung und kläre die Prüfungsvoraussetzungen genau.
  • Kläre ebenfalls die Möglichkeiten und Bedingungen einer Terminverlängerung.
  • Gute stoffliche Vorbereitung kann als Angstprävention dienen.
  • Lerne mit anderen und prüft euch gegenseitig. Die Simulation der Prüfungssituation hilft dabei die Angst abzubauen, versucht daher dem Format der Prüfung nachzukommen.
  • Lerne planvoll. Teile Zeit, Prüfungsstoff und mentale Energien genau ein. Dies verhindert das Ausbrennen und bewahrt Lebensfreude und erhöht die Lern- und Prüfungserfolgschancen.
  • Lerne den Tag davor und am Prüfungstag nichts mehr, sondern tue für dich etwas Schönes und Erholsames.

Innere Einstellung (vor wie auch in der Prüfung):

  • Erinnere sich daran „Nobody is perfect“ und Fehler sind menschlich.
  • Erlaube dir nervös zu sein. Aufregung wird zwar zunächst als unangenehm und störend empfunden, zeigt jedoch, dass die Prüfung Ihnen wichtig ist. Versuche dich von deinen Ängsten nicht unterkriegen zu lassen.
  • Sprich mit Personen deines Vertrauens über deine Gefühle, nutze gegebenenfalls fachliche Hilfe (bspw. in der Psychologischen Beratung der Uni).

In der Prüfung:

  • Lies dir die Fragen gut durch, traue dich nachzufragen, falls du eine Frage nicht verstehst.
  • Überspringe zuerst Themen/Fragen, zu denen du die Antwort nicht parat hast.
  • Erinnere dich daran zu atmen.


Nach der Prüfung:

 

  • Falls du die Note für ungerechtfertigt schlecht hältst, traue dich mit dem/der Prüfer*in zu sprechen und beantrage Einsicht.
  • Lerne am Prüfungstag nicht schon für die nächste Prüfung! Das führt nur zu Frust.
  • Mache etwas Schönes nach der Prüfung und feier, dass die Prüfung geschafft ist. 

So geht erfolgreiches Lernen

Es gibt einige Bücher und Artikel über Lerntechniken. Damit diese nicht alle gewälzt werde müssen, haben wir die wichtigsten Informationen zusammengefasst. Dabei handelt es sich nicht um eine ausschöpfende Darstellung an Lerntechniken. Falls du genauere Informationen über Lerntechniken haben möchtest und/oder Unterstützung beim Anfertigen eines Lernplans in Anspruch nehmen möchten, melde dich gerne bei der psychologischen Beratung.

Lerngewohnheiten und ihre Bedeutung für den Studienerfolg

Einstellung zum Lernen

 

Die Einstellung zu einem Thema bzw. zu einer Situation hat große Auswirkungen darauf, wie wir diese wahrnehmen und wie wir folglich mit dieser umgehen. Aus unseren Lernerfahrungen und auch Zuschreibungen anderer bilden sich innere Glaubenssätze, neben hemmenden Lerneinstellungen gibt es auch fördernde, die es Ihnen einfacher macht eine bessere Leistung zu erzielen.  

 

Fördernde Lerneinstellungen:

  • Betrachte das Studium als eine schaffbare Herausforderung, auf die du dich aktiv einlässt
  • Setze realistisches Ziel, und erinnere dich an vergangene Erfolge, um dein Selbstvertrauen zu stärken
  • Motivation fürs Studium hochhalten, indem du dir bewusst machst, welche Ziele du damit verfolgst

Es ist wichtig zu beachten, dass das Aneignen von fördernden Lerneinstellungen und Lerngewohnheiten ein Prozess ist. Wir empfehlen, sich bereits frühzeitig mit den verschiedenen Lerntechniken zu befassen, um eine für Sie passende Routine zu finden. Versuche dabei motiviert zu bleiben, reflektiere regelmäßig deine Lerngewohnheiten und suche nach Wegen, deine Effizienz im Studium kontinuierlich zu verbessern. Denke auch in Prüfungsphasen an Erholungszeit, zum Beispiel soziale Kontakte oder andere Hobbies.

In der Regel kannst du hinsichtlich des Arbeitsortes zwischen dem eigenen Zimmer und der Bibliothek wählen. Welches der optimalere Ort ist hängt von der persönlichen Präferenz und vom Projekt ab. Hier ein paar Vor- und Nachteile zu beiden Optionen. Wir empfehlen sich für eine Option zu entscheiden und bei dieser zu bleiben. Ein gewohntes Arbeitsklima wirkt sich förderlich auf das Lernen aus und man hat keine Umstellungsschwierigkeiten.

 

Das eigene Zimmer

Vorteile:

  • Alle Arbeitsmittel stehen bereit.
  • Alle Unterlagen und Hilfsmittel haben einen festen Platz.
  • Keine überflüssige Zeit geht durch Überlegungen, was mitzunehmen ist, verloren.
  • "Aufwärmzeit" wird gespart, weil man gleich an seinem gewohnten Arbeitsplatz sitzt.

Nachteile:

  • Man ist für andere Personen leicht erreichbar.
  • Telefon, Radio, Türklingel, Post usw. stellen Ablenkungen dar.
  • Unterbrechungen der Arbeit sind manchmal notwendig, weil man sich neu entdeckte wichtige Literatur besorgen muss. Wer zu Hause (z.B. Eltern) wohnt, muss sich dem Familienrhythmus anpassen.
  • Kühlschrank und Vorratsschränke locken zu "Zwischenmahlzeiten".

Die Bibliothek

Vorteile:

  • Man ist schwer oder gar nicht erreichbar.
  • Keine häuslichen Ablenkungsmöglichkeiten.
  • Die Ruhe und die Arbeitsatmosphäre wirken stimulierend.
  • Große Auswahl an Literatur, Nachschlagewerken, Bibliografien.
  • Stimulierende Atmosphäre durch Mitstudierende

Nachteile:

  • Alle eigenen Unterlagen und Hilfsmittel müssen von zu Hause mitgenommen werden.
  • Zeitverlust durch Organisation sowie Fahrt zur Universität.
  • Die Zeiteinteilung des Tages muss sich nach den Öffnungszeiten der Bibliothek richten.

Als allgemeiner Tipp gilt, dass Arbeit und Entspannung (so gut wie möglich) getrennt werden sollten. Das gilt für die Arbeitsort sowie für den Freizeitort. Das Sofa steht für die meisten für Entspannung und Freizeit, dort fällt die mentale Umstellung auf Uniarbeiten schwieriger als bspw. am Schreibtisch, d.h. du bist auf dem Sofa Ablenkungen stärker „ausgesetzt“.

Der Schreibtisch sollte ausreichend groß sein, sodass alle benötigten Material dort Platz haben. Ebenfalls muss Platz für eine bequeme Schreibhaltung sein. Der Stuhl sollte nicht zu weich sein, eine leichte Muskelspannung kann sich positiv auf die mentale Leistung auswirken. Der Computer/Laptop sollte ergonomisch platziert sein (Licht, Höhe). Auf dem Schreibtisch soll nur das liegen, was für die aktuelle Arbeit gebraucht wird. Fotos, Handy, Briefe und anderes lenken vom Arbeiten ab. Gleichbleibende Ordnung schafft ein anregendes Arbeitsklima und schützt vor Ablenkungen.

Es ist wichtig, auf frische Luft und eine angenehme Raumtemperatur zu achten. Für manche Arbeiten kann Instrumentalmusik fördernd wirken.

Die häufigsten Schwierigkeiten: 

  • Zeitverschwendung: Man tut zu viel auf einmal und nichts richtig intensiv;
  • Anfangshemmungen: Vorgeschobene Tätigkeiten dienen als Alibi (z.B. putzen);
  • Schlechtes Gewissen verhindert die Entspannung.

Voraussetzung für ein gutes Zeitmanagement ist die Analyse des Tagesablaufs. Am besten beobachtest du über eine Woche hinweg ihre Aktivitäten mit der jeweiligen Dauer:

1. Schritt: Jede einzelne Tätigkeit vom Aufstehen bis zum Schlafengehen und ihre Dauer wird aufgeschrieben.

2. Schritt: Kategorisieren der Tätigkeiten: schlafen, essen, arbeiten usw.

3. Schritt: Zusammenzählen, wie viel Zeit man für jede Kategorie braucht.

4. Schritt: Überprüfen, ob die für die verschiedenen Tätigkeiten aufgewendete Zeit adäquat ist. Wo kann gekürzt werden?

5. Schritt: Sinnvollen Tagesablauf planen

 

Die Zeitplanung kann nicht nur nach dem Gesichtspunkt der Ausgewogenheit von Arbeit und Freizeit erfolgen. Sie hängt primär von dem ab, was man wann erreichen will.

Es kann zwischen langfristiger und kurzfristiger Planung zu unterschieden werden.

 

Die langfristige Planung vollzieht sich in drei Phasen:

  • Klärung des Fernziels;
  • Klärung der Reihenfolge der erforderlichen Maßnahmen;
  • Zeitplan aufstellen.

Die kurzfristige Planung betrifft den Wochen- und Tagesstundenplan:

  • Aufstellung in Arbeits- und Entspannungszeit
  • Verteilung der Aufgaben über die Woche: z. B. ob bestimmte Tätigkeiten an bestimmten Tagen ausgeführt werden;
  • Berücksichtigung lernpsychologischer Faktoren, z. B. Lernen verteilen, neuen Lernstoff in schon Verstandenes einbetten

 

Jeder Mensch bringt pro Tag nur eine bestimmte Leistung auf. Wichtig ist dieses Normalmaß nur selten zu überschreiten. Eine Verlängerung der Arbeitsdauer über das Normale hinaus bringt keine Verbesserung mit sich. Der Versuch, die gleiche Leistung in kürzerer Zeit zu erbringen (z. B. indem Nächte durchgearbeitet werden), führt zum Absinken der Leistung.

Es gibt eine physiologische Leistungskurve, die in der Regel zwei Spitzen aufweist: vormittags zwischen 9 und 10 Uhr und nachmittags um 17 Uhr. Zwischen 14 und 15 Uhr weist die Leistungskurve ein Tief auf, der größte Tiefpunkt ist zwischen 2 und 4 Uhr nachts. Wann genau Sie am besten lernen können, dürfen Sie für sich herausfinden.

Der Mensch braucht durchschnittlich zwischen 6 und 9 Stunden Schlaf. Das individuelle Schlafbedürfnis sollte nicht unterschritten werden. Folgen eines Schlafdefizites sind unter anderem: Reizbarkeit, Arbeitsunlust, geringere Leistungsfähigkeit, Angstzustände und depressive Verstimmung.

Sich hinsetzen und einfach "drauf losbüffeln" bringt nicht viel. Entscheidend ist die aktive Auseinandersetzung mit dem Stoff, d. h. das Erfassen des Inhalts, das Erkennen von Beziehungen und Zusammenhängen.

 

Das bedeutet:

  • Sinnvolles Strukturieren des Materials, z. B. den Text in Teilgebiete aufgliedern, auf Zusammenhänge achten und festhalten.
  • Bilden gedanklicher Stützpunkte durch Herausziehen der Hauptgedanken, den Text mit Überschriften versehen.
  • Veranschaulichung durch Beispiele, Vergleiche, Schemata, graphische Darstellung usw.

Außerdem ist es wichtig, die Lernziele klar vor Augen zu haben. Bereits beim Sortieren der Unterlagen merkt man, was wichtig ist und was nicht gelernt werden muss. So kann Zeit gespart werden und man kann sich gleichzeitig die wichtigen Sachen besser einprägen und behalten. 

Wiederholungen sind unerlässlich, damit das bereits Gelernte nicht wieder vergessen wird. Dabei kommt es nicht nur auf die Anzahl der Wiederholungen an, sondern auch auf die Länge der Pausen zwischen den Wiederholungen. Zu Beginn sind kürzere Pausen von bspw. wenigen Stunden zu empfehlen, die sich mit der Zeit immer weiter auf mehrere Tage ausweiten. Die Zeit zum Wiederholen sollte beim Erstellen eines Lern- und Zeitplans bereits beachtet werden.

 

Man kann sich auch mit anderen zusammensetzen und sich über den Lernfortschritt austauschen. Je nachdem, wie gut man das Gelernte frei vortragen kann, merkt man, was man bereits alles gelernt hat und was man eventuell noch mal genauer betrachten sollten. Außerdem können die anderen Rückmeldung geben, wie gut man sich schon vorbereitet hat. Psychologisch gesehen ist diese Bestätigung durch die anderen wichtig, man fühlt sich mit dem Lernstoff sicherer.

 

Wir empfehlen jedoch nicht, den Lernstoff zu überlernen. Überlernen bedeutet, über den Punkt hinaus zu lernen, zu dem man den Stoff bereits ausreichend gelernt hat. Durch Überlernen kann sich der Stoff nicht besser gemerkt werden. Nutze diese Zeit besser zum Ausruhen oder für anderen Lernstoff. Häufiges Überlernen kann eine Abneigung gegenüber dem Lernstoff hervorrufen. 

Emotionale Belastungen, wie familiärer Streit oder eine akute psychische Belastung, z. B. Prüfungssituationen, können das Lernen und das Reproduzieren beeinträchtigen.

Ein moderates Level an Aufregung fördert das Lernen, zu viel Aufregung oder Angst beeinträchtigt jedoch die Leistungsfähigkeit. Wichtig ist es daher, dass man sich auch mental auf die Prüfung vorbereitet. Das bedeutet, dass du dir z. B. vorstellst, wie du die Prüfung ablegen und dabei erfolgreich sein wirst. Beim Lernen kann man sich mehr merken, wenn man sich direkt nach dem Lernen möglichst wenigen optischen und akustischen Reizen aussetzen (Instagram und TikTok direkt nach dem Lernen sind leider keine gute Idee). Das liegt daran, dass direkt nachfolgende starke Reize das vorher Gelernte „überlagern“ oder sich damit vermischen.

 

Bereits Gelerntes als Erinnerungsstütze

Was man schon gelernt hat, kann das neu zu Lernende in positiver oder negativer Weise beeinflussen. Wenn der alte Lernstoff in den wichtigsten Zügen noch bekannt und vertraut ist, ist es möglich, ihn den neuen Inhalten zuzuordnen. Die neuen Kenntnisse müssen dann nicht isoliert gelernt werden, sondern können mit dem bekannten Stoff verbunden werden.

Das Behalten des Lernstoffes ist kein einfaches "Konservieren". Man muss sich aktiv mit den Inhalten auseinandersetzen, alte Kenntnisse neu überprüfen und aktiv Beziehungen zu Neuem herstellen. Ein wesentliches Ziel des Studiums ist, gerade mit Hilfe schon gelernter Fähigkeiten und Informationen, sich neue Kenntnisse anzueignen.

Gruppenarbeiten sind eine gute Möglichkeit, um sich gemeinsam vorzubereiten und bestimmte Themenkomplexe zu bearbeiten.

 

Die Gruppenarbeit kann aber nicht die Einzelleistung ersetzen. Bestimmte Arbeiten müssen zunächst allein durchgeführt werden, z.B. einen Text allein durcharbeiten und in der Gruppe anschließend diskutieren. Diese Diskussion hilft, das Gelernte besser zu verarbeiten und zu behalten. Besonders bei der Prüfungsvorbereitung ist die Gruppenarbeit fast unabdingbar. Sie bringt sowohl fachliche als auch emotionale Unterstützung.

 

Die ideale Gruppe arbeitet so:

  • Die Atmosphäre ist entspannt und informell.
  • Es wird viel diskutiert unter Beteiligung aller Gruppenmitglieder. Die Diskussion bleibt jedoch immer sachbezogen.
  • Die Aufgabe ist jedem klar, das Ziel der gemeinsamen Arbeit wird von jedem Mitglied verstanden und akzeptiert.
  • Die Teilnehmenden hören einander zu, jeder Beitrag wird gewürdigt.
  • Bei Meinungsverschiedenheiten geht man den Ursachen nach, man diskutiert und unterdrückt nicht einfach divergierende Ansichten.
  • Entscheidungen werden durch Übereinstimmung gefällt.
  • Kritik ist häufig und offen, bleibt aber sachbezogen und wird auch nicht persönlich aufgefasst.
  • Alle Teilnehmer geben ihrer Meinung offen Ausdruck.
  • Bevor eine Aufgabe in Angriff genommen wird, erfolgt eine klare Rollenverteilung, die von jedem akzeptiert wird.
  • Die leitende Person dominiert nicht, noch dient er als Sündenbock oder wird mit unangenehmen Aufgaben belastet. Die Leitung wird nach Gegebenheiten übertragen, wobei sich kein Machtkampf entspinnt, sondern die Lösung der Aufgabe im Vordergrund steht.

Einige praktische Hinweise zur Gruppenarbeit:

  • Die Gruppe sollte klein genug sein, damit alle den Mut und die Gelegenheit zum Sprechen haben.
  • Die Gruppe sollte groß genug sein, damit genügend Wissen oder genügend Meinungen vertreten sind.
  • Alle Mitglieder sollten im gleichen Rang stehen (keine Autoritätspersonen).
  • Die Diskussionsleitung sollte wenn möglich abwechselnd übernommen werden.
  • Alle Teilnehmenden müssen vorbereitet sein (durch vorgängige Lektüre, Aufgabenstellung).

Vor- und Nachbereitung von Vorlesungen

Viele machen die Erfahrung trotz fleißigem Mitschreiben in den Lehrveranstaltungen mit den Notizen nichts anfangen zu können. Andere schaffen es nicht, in der kurzen Zeit etwas zu Papier zu bringen.

 

Es gibt zwei Dinge die Sie falsch machen können:

  • Nichts mitzuschreiben.
  • Alles mitzuschreiben.

Vorteile des Mitschreibens:

  • Es zwingt, dem Thema zu folgen.
  • Es entlastet das Gedächtnis.
  • Es steigert die Aufmerksamkeit, ermöglicht besseres Aufnehmen und Behalten des Stoffes.
  • Es bezieht mehr Sinn in den Aufnahmeprozess ein, der dadurch intensiver wird.
  • Es erleichtert die Verarbeitung der Informationen durch die Notwendigkeit der eigenen Formulierung.

Techniken des Mitschreibens:

  • Nicht sofort mitschreiben, wenn Dozierende einen Satz beginnen, sondern erst dann, wenn man die Information erfasst hat.
  • Nur die wichtigsten Informationen notieren, auf Zusammenhänge besonders achten.
  • Definitionen, Zitate, Gesetze usw. wörtlich mitschreiben.
  • Überarbeitung der Mitschrift ist notwendig und sollte möglichst unmittelbar nach der Anfertigung geschehen. Dann sind Lücken zu schließen, die Grundgedanken des Stoffes zu strukturieren, Zweifel durch Nachschlagen in der Literatur auszuräumen, eigene Gedanken auf dem Rand zu vermerken.

Einige praktische Hinweise:

  • Lose DIN A 4-Blätter verwenden, Rückseite frei lassen, links Rand für Lochungen, rechts Rand für eigene Bemerkungen und Literaturhinweise – oder sich ein Word-Dokument als Vorlage anlegen
  • Referent, Art der Veranstaltung, Datum, Thema usw. notieren.
  • Jede neue Information mit einer neuen Zeile beginnen.
  • Beziehungen zwischen Informationen durch Zeichen kennzeichnen (z.B. = daraus folgt).
  • Die Gliederung des Referenten mitschreiben.
  • Abkürzungen verwenden und knapp formulieren.
  • Zusammenhänge schematisieren.

Lesen ist nicht gleich Lesen.

Durch die Beantwortung der Frage „Was will ich wissen?“ kann man klären, ob man ein bestimmtes Buch braucht oder nicht. Am besten formuliert man seine eigene Fragestellung schriftlich aus. Dies verhindert unsystematisches Herumlesen, man verliert sich nicht in Einzelheiten und das Verständnis wird gefördert, wodurch man sich mehr behalten kann.

Wenn es einem schwerfällt, Fragen zum Text zu entwickeln, helfen die sogenannten „W-Fragen“: Warum? Wozu? Was? Wie?

Häufig geben Dozierende auch in den Veranstaltungen an, welche Literatur Sie lesen sollten.

 

Verschiedene Arten des Lesen

Kursorisches Lesen: Schnelles, flüchtiges Lesen zur Erstinformation. Man schafft sich einen kurzen Überblick über den Inhalt des Buches.

Selektives Lesen: Man liest den Text unter bestimmten Gesichtspunkten.

Vergleichendes Lesen: Gründliches Lesen einzelner Kapitel verschiedener Texte, die sich unter verschiedenen Gesichtspunkten mit einem Thema befassen.

 

SQ3R-Methode

Survey – Überblick gewinnen, durchsehen 

               - Umschlagklappe, Vorwort, Inhaltsverzeichnis, Zusammenfassung.

               - Titel, Haupttitel, Untertitel

Question – Fragen:

- Welche Fragen will man mit der Lektüre beantworten, was erwartet man, womit hängt das Thema evtl. zusammen? Aus welcher Sicht des Verfassers ist der Text geschrieben? Fragen aufschreiben!

Read – Lesen:

               - Suchen nach Grundideen, Hauptaussagen.

               - Begriffe klären, um Inhalt zu verstehen.

               - Zwischen Tatsachen und Meinungen unterscheiden.

Recite – Rekapitulation:

- Vom Buch wegschauen, versuchen in Erinnerung zu rufen, was man gelesen hat. Gestellte Fragen beantworten.

               - Aus der Erinnerung wichtigste Sätze aufschreiben, dabei eigene Formulierungen verwenden!

               - Sparsam unterstreichen.

Review – Wiederholen:

- Notizen durchlesen, Zusammenhang erstellen zu den einzelnen Gebieten, nachlesen, wo man noch unsicher ist, Überschriften nochmals überfliegen.

               - Das sofortige Repetieren garantiert ein besseres Haften.

Psychotherapie & Therapieplatzsuche

Wenn du dich für eine Psychotherapie interessierst, gehen dir wahrscheinlich eine Menge Fragen durch den Kopf.

  • Welche Behandlungsmethoden gibt es?
  • Wer übernimmt eigentlich die Kosten?
  • Wie lange dauert das?
  • Was wird da mit mir gemacht?
  • Kann das wirklich helfen?

So wie dir geht es vielen anderen Menschen auch, es spricht nur kaum jemand darüber. Ein psychisches Problem oder Leiden zu haben, ist für viele Menschen immer noch peinlich oder schambehaftet. Viele denken, für einen Schnupfen oder Beinbruch kann man nichts, aber für Partnerschaftsprobleme, eine Lebenskrise, eine Depression oder eine Alkoholsucht ist man irgendwie verantwortlich und hat sich vielleicht nur nicht genug unter Kontrolle. Richtig ist jedoch, dass wir oft auf die Hilfe anderer angewiesen sind, um unsere Probleme zu lösen. Gewöhnlich gehen wir zum Partner bzw. zur Partnerin oder zu Freund*innen und holen uns dort Unterstützung und Beistand. Wenn uns die Probleme aber über den Kopf wachsen, kann es notwendig sein, fachkundige und neutrale Hilfe in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus handelt es sich bei vielen psychischen Leiden um ernsthafte Erkrankungen, die behandlungsbedürftig sind und deren Folgen Sie nicht allein bewältigen können.

 

Unser Gesundheitswesen ist dafür da, erkrankten Menschen eine angemessene Behandlung zur Verfügung zu stellen. Hinter vielen körperlichen Krankheiten, wie z.B. Migräne, Neurodermitis oder Magenleiden können unter anderem psychische Ursachen liegen

Psychosoziale Belastungsfaktoren beziehen sich auf soziale Gegebenheiten und können sich psychisch bemerkbar machen, z. B.  Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Leistungsdruck, Klimawandel. Dies kann zu  psychischen Folgen führen wie das Gefühl von Hilflosigkeit und Überforderung bis hin zu psychischen Erkrankungen wie bspw. Angststörungen oder Depressionen sein.

 

Wenn du dich so oder so ähnlich fühlen, kann es hilfreich sein, eine Beratungsstelle aufzusuchen oder eine Psychotherapie zu beginnen. Mit Hilfe von fachkundigen und erfahrenen Berater*innen und Psychotherapeut*innen kannst du die Ursachen für den Leidensdruck herausfinden und Lösungen erarbeiten. Allgemeines Ziel einer Psychologischen Beratung oder Psychotherapie ist es, Zusammenhänge zu Ihrer persönlichen Lebensgeschichte zu erkennen und neue Verhaltensmuster zu entwickeln. 

In Beratungsstellen arbeiten verschiedene Berufsgruppen: Sozialarbeiter*innen, Ärzt*innen, , Pädagog*innen, Psycholog*innen. Die meisten haben zusätzliche Beratungs- oder Therapieausbildungen absolviert. In unserer Psychologischen Beratung arbeiten ausschließlich Psychologinnen.

 

Bei den niedergelassenen Psychotherapeut*innen kann zwischen Psycholog*innen und Ärzt*innen mit psychotherapeutischem Zusatztitel unterschieden werden. Durch die unterschiedlichen Ausbildungsgänge ergeben sich unterschiedliche Blickwinkel auf die Natur des Menschen. Gemeinsam ist beiden Berufsgruppen, dass sie nach dem Studium umfangreiche psychotherapeutische Zusatzausbildungen durchlaufen haben.

Eventuell bist du unsicher, wo du die für deine Problematik die beste Behandlung erhalten kannst. Wichtig ist zunächst, dass du dir Hilfe suchst. Gleichgültig, ob du zu uns kommst oder eine andere Beratungsstelle oder eine/n Psychotherapeut*in deiner Wahl aufsuchst, man wird sich für dich und dein Anliegen Zeit nehmen und dich gegebenenfalls an eine geeignetere Stelle weitervermitteln.

 

Die Titel der Beratungsstellen geben grob her, mit was für einer Thematik man dort gut aufgehoben ist. Vor allem bei studienbedingten Schwierigkeiten sind wir gute Ansprechpersonen. Bei Partnerschaftsproblemen ist die Ehe-, Familien- und Lebensberatung, bei Suchtproblemen die Sucht- oder Drogenberatung und bei Gewalterfahrungen als Frau die Frauenberatungsstelle eine gute Anlaufstelle. Jüngere Studierende können bei Konflikten mit ihrer Herkunftsfamilie auch noch die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche aufsuchen, desgleichen Studierende mit schon eigenen Kindern, welche verhaltensauffällig sind. Bei psychischen Erkrankungen sollte eine/n Psychotherapeut*in aufgesucht werden.

 

Oftmals ist ein Problembereich nicht klar einzugrenzen bzw. man kann es selber nicht genau einschätzen. In solchen Fällen lässt man sich beraten.

Die Gespräche bei der Allgemeinen und Psychologischen Studienberatung der Universität Siegen sind nur für Studierende der Uni Siegen zugänglich und kostenfrei. Auch die Angebote vieler anderer Beratungsstellen sind in der Regel kostenfreie Angebote.

 

Psychotherapie ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Das heißt, die gesetzlichen Kassen übernehmen grundsätzlich die vollständigen Kosten für eine Psychotherapie.

 

In vielen Regionen Deutschlands gibt es zu wenige Psychotherapeut*innen mit Kassenzulassung. Deshalb müssen Patient*innen häufig monatelang auf einen Behandlungsplatz warten.

 

Die Leistungen der privaten Krankenversicherung sind nicht einheitlich geregelt. Wer privat versichert ist, muss prüfen, was im Vertrag steht.

Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten. Psychologische Beratungen sind kürzer als Psychotherapien. Manchmal reicht schon ein einmaliger Termin. Doch können sich auch Beratungsprozesse über mehrere Monate hinziehen.

 

Bei Psychotherapie wird unterschieden zwischen einer so genannten Kurzzeittherapie, die bis zu 24 Sitzungen dauert, und der so genannten Langzeittherapie.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man einen Therapieplatz finden kann. Zwei davon möchten wir hier zur Verfügung stellen:

  • 1. Bei der Suche kann man sich von der Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe unterstützen lassen. Dort gibt es eine Suchmaske, in der mit der PLZ und der Eingabe „Psychotherapie“ niedergelassene Psychotherapeut*innen gefunden werden können (https://www.kvwl.de/arztsuche). Falls du schnellstmöglich ein Erstgespräch benötigst, kannst du den Patientenservice kontaktieren (https://www.116117.de/de/index.php ).
  • 2. Die Psychotherapeutische Hochschulambulanz der Universität führt Psychotherapie bei Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen durch. Man kann telefonisch einen Termin für ein Erstgespräch vereinbaren oder das hinterlegte Kontaktformular ausfüllen. Informationen hierzu stehen auf der Webseite der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz

Bei weiteren Fragen zur Psychotherapiesuche, wende dich gerne an die Berater*innen der Psychologischen Beratung. Weitere Infos unter: Wege zur Psychotherapie - Ein Ratgeber für Hilfesuchende (wege-zur-psychotherapie.org).