Geschlechtersensible Medizin: Was wir wissen und wie wir drüber sprechen.
Dr.‘ Sarah Eitze (Erfurt)
Warum erkranken Frauen oder Männer an manchen Krankheiten unterschiedlich? Warum werden bestimmte Symptome bei Frauen später erkannt – und weshalb sind Medikamente und medizinische Leitlinien nicht immer für alle Geschlechter gleichermaßen erforscht? Geschlecht spielt in der Medizin an vielen Stellen eine Rolle: von biologischen Mechanismen über Symptome, Diagnostik und Therapie bis hin zu Risikowahrnehmung und Gesundheitsverhalten. Gleichzeitig ist „Geschlecht“ längst nicht nur eine wissenschaftliche Kategorie, sondern auch Gegenstand gesellschaftlicher und politischer Debatten.
Der Vortrag nimmt die Entwicklung der geschlechtersensiblen Medizin in den Blick, zeigt anhand verschiedener medizinischer Fachbereiche allgemeinverständlich, was die Forschung heute über geschlechtsspezifische Unterschiede weiß – und wo die Evidenz noch Lücken aufweist. Als Gesundheitspsychologin richte ich dabei einen besonderen Blick auf die Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnisse über Geschlecht verständlich und differenziert vermittelt werden können.