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Von einer Kultur des Schweigens zu gelingender Beteiligung im Kinderschutz

Bei diesem Fachtag wird Beteiligung als eine Grundlage von Kinderschutz ins Zentrum gestellt. Welche Bedingungen sind erforderlich, damit Kinder und Jugendliche ihre Anliegen artikulieren können und den Umgang mit diesen wirksam mitbestimmen können? 

Ein Bild verdeutlicht das Thema des Fachtages

Der Fachtag widmet sich einer kritischen Auseinandersetzung mit Beschwerdemanagement, institutionellen Haltungen und Beteiligungsstrukturen. Dabei werden Machtverhältnisse und deren Bedeutung für die Ausgestaltung beteiligungsförderlicher Praxis in der Kinder- und Jugendhilfe berücksichtigt.

Welche Ansprüche ergeben sich daraus für professionelles Handeln, und inwieweit finden sie Eingang in Einrichtungskonzepte, in den Alltag der Hilfen und die Interaktion sowie Kommunikation mit jungen Menschen? Wo bestehen Spannungsfelder zwischen konzeptionellen Vorgaben und gelebter Praxis, und wie lassen sich diese lösen?

Die Vorträge und Workshops des Fachtags eröffnen einen Diskurs und bieten Raum für eine vertiefte Reflexion professioneller Praxis mit dem Ziel, Beteiligung und Beschwerde als gelebte und wirksame Elemente von Kinderschutz zu stärken.

Alles auf einen Blick

  • Veranstaltungstermin
    27.11.2026, 09:00 - 15:00 Uhr
  • Veranstaltungsort

    Campus Unteres Schloss (US)
    Unteres Schloss 3
    57072 Siegen

    – Hörsaalzentrum –

  • Veranstaltungsformat
    Tagung
ab 8:30 Uhr Kaffee & Ankommen
9:00–9:30 Uhr Grußworte & Einstieg
9:30–10:30 Uhr Vortrag von Prof. Dr. Regina Rätz (ASH Berlin): Beteiligung von Kindern im Kinderschutz durch machtsensible Gespräche
10:30–11:00 Uhr Kaffeepause
11:00–12:00 Uhr Vortrag von Careleaver e.V.: Mit uns statt über uns - Beteiligung von Careleavern und Carereceivern 
12:00–13:00 Uhr Mittagspause
13:00–14:30

Parallele Workshops

Abstract

Anhand von O-Tönen von Kindern aus biografisch narrativen Interviews wird sich der Lebenswelt aus Kindersicht verstehend angenähert: Was sagen die Kinder? Wie kann das Gesagte verstanden werden? Welche Stärken, Ressourcen, Vulnerabilitäten und Herausforderungen beschreiben die Kinder? Der Workshop soll einen Beitrag dazu leisten, Kindern sehr genau zuzuhören und Deutungen auf der Basis der Äußerungen von Kindern zu formulieren.

Abstract

In unserem Workshop arbeiten wir gemeinsam daran, wie Beteiligung aussehen kann und welche Voraussetzungen es dazu braucht - vor allem Aufmerksamkeit und Vertrauen.
Wir werfen einen Blick darauf, was Careleaver und -receiver, aber auch Fachkräfte benötigen, um Vertrauen aufzubauen und aufrechtzuerhalten.
Im Umkehrschluss stellen wir folgende Fragen: Entsteht durch Beteiligung vielleicht auch erst eine vertrauensvolle Atmopshäre? Und wie hört man wirklich aufmerksam zu?

Abstract

In diesem Workshop arbeiten wir an der Ambivalenz von Schutzkonzepten: Einerseits sind hier viele Vorgehensweisen für die Praxis durchdacht – und andererseits lässt sich in der Praxis oft beobachten, dass die Konzepte wenig bekannt und wenig wirksam sind. Ziel ist es, gerade an diesem Transfer vom Konzept in die Praxis zu arbeiten: Was führt dazu, dass Schutzkonzepte in der Schublade bleiben und nicht so wirksam sind, wie sie sein sollten? Dies erproben wir in einem Rollenspiel: Eine Gruppe versucht, ein Schutzkonzept im Sinne einer alltäglich gelebten Praxis und Struktur zu beschreiben, die dazu führt, dass Kinder oder Jugendliche, deren Grenzen überschritten werden, sich trauen, dies zur Sprache zu bringen – und dass Mitarbeiter*innen aber auch andere Kinder und Jugendliche den Betroffenen zuhören, sie ernst nehmen und gemeinsam an Lösungen arbeiten. Eine zweite Gruppe versucht, ein Schutzkonzept zu entwickeln, welches nur auf dem Papier gut aussieht – aber welches eben nicht dazu führt, dass Betroffene sich ermuntert fühlen zu sprechen bzw. dass ihr Sprechen folgenlos bleibt. Eine dritte Gruppe versucht als Jury, Fragen zu entwickeln, mit denen Sie das fake-Konzept von dem wirksamen Konzept unterscheidet. Erfahrungsgemäß gelingt dies oft nicht. Wir sind gespannt, ob die Jury sich auch diesmal vom fake-Konzept beeindrucken lässt. Grundlage der AG ist ein beispielhaftes Schutzkonzept, das sich so oder ähnlich in vielen Einrichtungen findet und welches eigentlich alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

Abstract

Wie kann die aktive Mitwirkung jüngerer Kinder gelingen, wenn sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten, Entwicklungsstand und Schutzbedarfe besondere Anforderungen an Fachkräfte stellen?

Der Workshop beschäftigt sich mit der Frage, wie Partizipation von jüngeren Kindern im Kontext von Kinderschutz und Hilfeplanung gestaltet werden kann. Als ein konkret anzuwendendes Konzept wird die vom Jugendamt der Stadt Münster, dem Kinder- und Jugendhilfeträger Outlaw gGmbH und dem Institut für soziale Arbeit (ISA) e. V. entwickelte Box vorgestellt. Diese enthält sieben Materialbausteinen für die aktive Beteiligung von Kindern in Kinderschutz und Hilfeplanung, die Gespräche ermöglichen und Kinder in ihrer Wahrnehmung, Mitbestimmung und Selbstwirksamkeit stärken.

Darüber hinaus werden Erfahrungen aus den Hilfen zur Erziehung, insbesondere aus familienanalogen Angeboten, aufgegriffen. Neben gelingenden Praxisbeispielen werden auch Herausforderungen und Spannungsfelder thematisiert, die sich bei der Beteiligung jüngerer Kinder im pädagogischen Alltag ergeben.

Ziel des Workshops ist es, Partizipation als zentralen Schutzfaktor zu verstehen, fachliche Perspektiven zu reflektieren und konkrete Impulse für eine kindgerechte und beteiligungsorientierte Praxis mitzunehmen.

Abstract

Der Workshop setzt sich mit dem Konzept der „Sicherheitsorientierten Praxis“ auseinander, das an den „Signs of Safety“ - Ansatz angelehnt ist. Im Zentrum steht die aktive Beteiligung von Kindern und Jugendlichen als handelnde Akteurinnen und Akteure. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Wünsche, Bedürfnisse und Sorgen einzubringen und den Hilfeprozess aktiv mitzugestalten.

In gemeinsamen Arbeitsgruppen beschäftigt sich der Workshop mit verschiedenen Methoden der Sicherheitsorientierten Praxis. Ziel ist es, neue Perspektiven für die eigene Arbeit zu eröffnen und Impulse für eine partizipative Zusammenarbeit mit den Adressatinnen und Adressaten zu vermitteln.

Abstract

Partizipation ist in der Kinder- und Jugendhilfe rechtlich verankert und als fachlicher Standard weitgehend unumstritten. Mit der Etablierung von Beschwerdeverfahren als spezifischer Form institutionalisierter Beteiligung treten jedoch Ambivalenzen zutage, die auf die Grenzen und Widersprüche partizipativer Ansprüche verweisen.

Beschwerdeverfahren eröffnen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, Kritik zu äußern, Entscheidungen in Frage zu stellen und professionelles Handeln zu adressieren. Sie können zu einer Stärkung von Beteiligungsrechten und einer Verschiebung etablierter Machtverhältnisse führen. Zugleich stoßen sie in der Praxis nicht selten auf Vorbehalte und Widerstände. Fachkräfte erleben Beschwerdeverfahren teilweise als Ausdruck von Misstrauen, als zusätzliche Belastung oder als Infragestellung etablierter Handlungspraxen.

Der Workshop nimmt diese Spannungen zum Ausgangspunkt, um Beschwerdeverfahren als besonders konfliktträchtige Form von Partizipation zu diskutieren. Im Zentrum stehen Fragen danach, welche professionellen, organisationalen und machtbezogenen Dynamiken sich in den Widerständen gegenüber Beschwerdeverfahren ausdrücken, welche Herausforderungen sich bei ihrer Implementierung ergeben und was diese Ambivalenzen über die Grenzen und Widersprüche partizipativer Ansprüche in der Kinder- und Jugendhilfe verraten. Ziel ist es, Beschwerdeverfahren nicht nur als Instrumente der Beteiligung, sondern auch als Kristallisationspunkte professioneller Aushandlungsprozesse und institutioneller Machtverhältnisse zu betrachten.

 

14:45–15:00 Uhr Gemeinsamer Abschluss
15:00 Uhr Ende

 

Veranstaltungsort

Tagungsort
Universität Siegen
Campus Unteres Schloss
– Hörsaalzentrum  –
Unteres Schloss 3, 57072 Siegen

Informationen zu Lageplan und Anfahrt finden Sie hier.

Parken

Parkplätze (gebührenpflichtig) befinden sich in unmittelbarer Nähe:
CONTIPARK Tiefgarage Unteres Schloss
Parkhaus Altstadt (Löhrtor)
Parkhaus Rathaus/Markt (Hinterstraße)
 

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Übernachtungsmöglichkeiten im Raum Siegen finden Sie hier.

Die Teilnahme am Fachtag "Von einer Kultur des Schweigens zu gelingender Beteiligung im Kinderschutz" ist kostenlos, um eine Anmeldung wird jedoch gebeten.

 

Die Anmeldung ist demnächst möglich --> Zur Anmeldung

 

Zur Organisationsgruppe gehören

  • Jacob Pfeiffer (Koordination Netzwerk Kinderschutz Kreis Siegen-Wittgenstein
  • Jana Hirsch (Fachstelle für Prävention sexualisierter Gewalt, Kreis Siegen-Wittgenstein)
  • Anette Lambeck (Koordination Netzwerk Kinderschutz, Universitätsstadt Siegen)
  • Vanessa Dobbener (Institut für Sozialpädagogik, Universität Siegen)
  • Chantal Munsch (Institut für Sozialpädagogik, Universität Siegen)
  • Hanna Weinbach (Institut für Sozialpädagogik und Zentrum für Planung und Entwicklung Sozialer Dienste (ZPE), Universität Siegen)
  • Bettina Ritter (Institut für Sozialpädagogik und Zentrum für Planung und Entwicklung Sozialer Dienste (ZPE), Universität Siegen)

Veranstaltungsort

Icon Karte Kartennadel

Anfahrt

Campus Unteres Schloss

Unteres Schloss 3

57072 Siegen

Ansprechpartner/Kontakt

Foto von Bettina Ritter

Prof. Dr. Bettina Ritter

Professor*in
Bild Hanna Weinbach

Dr. Hanna Weinbach

Akademische*r Rat*Rätin
Foto von Heike Krütt