E-Mental-Health
Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten für Diagnostik, Prävention und Psychotherapie. Unser Forschungsschwerpunkt E-Mental-Health widmet sich der wissenschaftlich fundierten Entwicklung, Evaluation und Implementierung digitaler Interventionen in der psychischen Gesundheitsversorgung.
Im Zentrum steht die Frage, wie digitale Technologien wirksam, akzeptiert und nachhaltig in die klinische Praxis integriert werden können.
Digitale Anwendungen in der Psychotherapie
Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGAs) und weiteren digitalen Anwendungen in der Psychotherapie. Dabei untersuchen wir unter anderem:
- Einstellungen und Akzeptanz gegenüber DiGAs bei Patient:innen und Behandler:innen
- Inanspruchnahme, Nutzung und Implementierung im klinischen Alltag
- Wirkmechanismen, Wirksamkeit und Effektivität digitaler Anwendungen in naturalistischen Versorgungssettings
Ziel ist es, Evidenz zur Rolle digitaler Anwendungen in der Regelversorgung zu generieren und förderliche sowie hemmende Faktoren ihrer Implementierung zu identifizieren.
Digitale Technologien in Diagnostik und Behandlung
Ein weiterer Fokus liegt auf dem Einsatz innovativer Technologien wie Virtual Reality (VR), Apps und Mixed Reality (MR) in Diagnostik und Therapie psychischer Erkrankungen. Aktuelle Projekte befassen sich mit:
- dem Einsatz von VR/MR in der Diagnostik spezifischer Phobien
- der Integration von VR in die Behandlung von Angststörungen
- der Nutzung immersiver Technologien bei suchtbezogenen Störungen
Hierbei verbinden wir experimentelle Forschung mit anwendungsnaher klinischer Umsetzung.
Infrastruktur und Versorgungsbezug
Für unsere Projekte stehen moderne, ausgestattete VR/MR-Labore zur Verfügung, die experimentelle und klinische Studien unter kontrollierten Bedingungen ermöglichen.
Die enge Verzahnung der Professur für Klinische Psychologie und Psychotherapie mit der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz der Universität Siegen schafft optimale Voraussetzungen für translational orientierte Forschung. Darüber hinaus ermöglichen Kooperationen mit regionalen stationären Einrichtungen eine praxisnahe Versorgungsforschung und die Evaluation digitaler Interventionen unter realen Bedingungen.
Publikationen
zum Forschungscluster E-Mental-Health
Hildebrand, A. S., Grensing, F., Schmücker, V., Roesmann, K., Planert, J., Maleshkova, M., & Klucken, T. (2026). Into the spiderverse: validation of a behavioral avoidance test in virtual reality for assessing spider phobia. Virtual Reality, 30(1), 14. https://link.springer.com/article/10.1007/s10055-025-01272-4
Neubert, M., Sünkel, E., Planert, J., Hildebrand, A., & Klucken, T. (2026). Real-world data on uptake and use of digital mental health interventions among waitlisted patients with various mental disorders. Internet Interventions, 100915. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S221478292600014X?via%3Dihub
Planert, J., Hildebrand, A. S., Machulska, A., Roesmann, K., Neubert, M., & Klucken, T. (2025). Efficacy of a blended, mobile-based intervention with integrated virtual reality exposure therapy for panic disorder and agoraphobia: a pilot randomized controlled trial. Cognitive Behaviour Therapy, 1-14. https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/16506073.2025.2550427
Hildebrand A. S., Planert, J., Roesmann, K., Machulska, A., Neubert, M., & Klucken, T. (2025). Fear not: Combining digital and virtual reality interventions for the treatment of social anxiety disorder – a randomized controlled trial. Behaviour Research and Therapy, 188, 104731. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0005796725000531
Hildebrand, A. S., Planert, J., Machulska, A., Margraf, L. M., Roesmann, K., & Klucken, T. (2024). Exploring psychotherapists’ attitudes on internet-and mobile-based interventions in Germany: thematic analysis. JMIR formative research, 8(1), e51832. https://formative.jmir.org/2024/1/e51832/