Lehrkräfteportal
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
im Lehrkräfteportal des ZÖBIS möchten wir Ihnen mögliche Unterrichtsreihen vorstellen, die Sie bei der Unterrichtsplanung unterstützen sollen. Diese haben wir mit methodischen Vorschlägen und den dazu passenden Materialhinweisen versehen. Einen Download können wir Ihnen, verständlicher Weise, nur von frei zugänglichen Materialien anbieten. Unsere Materialien und Fortbildungen werden teilweise in Kooperation mit der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft e.V. angeboten.
Wenn Sie regelmäßig über Fortbildungsangebote des ZÖBIS informiert werden wollen, tragen Sie sich in den Newsletter ein!
Vortrag/ Lehrkräftefortbildung
Bei Interesse an einem Vortrag oder einer Lehrkräftefortbildung setzten Sie sich bitte mit Herrn AOR Dr. Marco Rehm (rehm@zoebis.de) in Verbindung:
• Kompetenzorientierte Aufgabenkultur im sozialwissenschaftlichen Unterricht
• Methodentraining für den Ökonomieunterricht
• Ökonomische Experimente im Unterricht
• Ökonomie spielerisch lernen
• Planspiele im Unterricht
• Mathematik und Ökonomie
• Marktwirtschaft unterrichten
• Geld und Geldpolitik unterrichten
• Sozialpolitik unterrichten
• Simulationen in der ökonomischen Bildung
• Schüleraktivierende Methoden im sozialwissenschaftlichen Unterricht
• Handlungsorientierte Methoden im Ökonomieunterricht
• Schulprofil „Ökonomische Bildung“
Materialien
Die Akzeptanz der Sozialen Marktwirtschaft innerhalb der deutschen Bevölkerung verharrt auf niedrigem Niveau. Dies belegen z.B. die regelmäßig durchgeführten Repräsentativbefragungen des Instituts für Demoskopie Allensbach. Z.B. besaßen im Jahre 2010 nur 38 Prozent der Bürger eine gute Meinung über die Soziale Marktwirtschaft. Die Zahlen deuten darauf hin, dass sich die Soziale Marktwirtschaft in einer tiefen „Sinnkrise“ (Goldschmidt) befindet. Auffällig ist dabei, dass die Einstellung der Bürger zur Sozialen Marktwirtschaft umso positiver ist, je höher der erreichte Bildungsabschluss ist, je häufiger eine Tageszeitung gelesen wird und je mehr ökonomisches Wissen vorhanden ist. Verbirgt sich also hinter den schwachen Zustimmungswerten zur Sozialen Marktwirtschaft gar keine Sinnkrise? Handelt es sich vielmehr um eine Unzufriedenheit mit einer Wirtschaftsordnung, die von vielen Bürgern gar nicht wirklich verstanden wird?
Wenn diese These zutrifft, dann agieren die Schüler als Akteure innerhalb einer Wirtschaftsordnung, die von ihnen (und vielen Erwachsenen) gar nicht wirklich verstanden wird, welche aber zugleich die Spielregeln bzw. Restriktionen ihres Handelns festlegt („Wirtschaftsordnung“) und einen breiten Möglichkeitsraum für ihr Handeln schafft (Soziale Marktwirtschaft als „Ordnung der Freiheit“). Wie kann man nun im Unterricht das Wesen der Sozialen Marktwirtschaft verdeutlichen und dabei sowohl fachwissenschaftlichen als auch fachmethodischen Ansprüchen gerecht werden, ohne die Schüler zu überfordern und den Unterricht inhaltlich zu überfrachten? Speziell für das Inhaltsfeld Marktwirtschaft wird seit einigen Jahren der verstärkte unterrichtliche Einsatz ökonomischer Experimente empfohlen. Nach Charles A. Holt stellt der Einsatz ökonomischer Experimente „one of the most exciting recent developments in the teaching of economics” dar. Wie man es schaffen kann, spielerisch-experimentelles Lernen einerseits und anspruchsvolle, fachlich unverzichtbare Theorieelemente andererseits in einer Unterrichtsreihe sinnvoll zu verbinden und auf diese Weise zentrale Ideen unserer Wirtschaftsordnung zu vermitteln, zeigt der folgende Aufsatz.
Nachfolgend werden empfehlenswerte und praktisch bewährte Unterrichtsmodule zum Thema „Marktwirtschaft“ vorgestellt, die auf verschiedene Arten genutzt werden können:
- in der hier vorgeschlagenen Reihenfolge (als Unterrichtsreihe);
- in einer selbst gewählten, an die jeweiligen Lernvoraussetzungen angepassten Reihenfolge (als Unterrichtsreihe);
- in Auszügen (als Unterrichtssequenz);
- ganz exemplarisch (in einzelnen Unterrichtsstunden).
Im Fokus stehen kompetenzorientierte Lernarrangements zu den Aspekten
- Wirtschaftsordnung entdecken
- Knappheit, Arbeitsteilung, Rationalität
- Preisbildung bei vollständiger Konkurrenz
- Marktformen (Monopol, Polypol, Oligopol)
- Marktversagen und Institutionenökonomie
- Wirtschaftsordnung im Überblick
Für Rückmeldungen zum Einsatz dieser Lernarrangements sind wir dankbar!
Das ZöBiS-Team
Unterrichtsmodule zum Inhaltsfeld „Marktwirtschaft“
Modul I: Wirtschaftsordnung entdecken - das Inselspiel für die Sekundarstufe I
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Methodisch |
Unterrichtsmaterialien |
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Simulationsspiel Genetisches Lernen Induktives Lernen Exemplarisches Lernen |
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Modul II: Knappheit - Arbeitsteilung - Rationalität
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Methodisch |
Unterrichtsmaterialien |
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Ergänzend
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Modul III: Die Selbstheilungskräfte des Marktes - Realität oder ideologisches Konstrukt? |
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| Inhaltlich |
Methodisch |
Unterrichtsmaterialien |
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Ergänzend
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Modul IV: Oligopole – Fluch oder Segen? |
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| Inhaltlich |
Methodisch |
Unterrichtsmaterialien |
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Ergänzend
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Modul V: Marktversagen und Institutionenökonomie
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| Inhaltlich |
Methodisch |
Unterrichtsmaterialien |
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Modul VI: Theorie der Wirtschaftsordnung
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| Inhaltlich |
Methodisch |
Unterrichtsmaterialien |
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Der Umgang mit Geld ist für Schüler eine Selbstverständlichkeit. Was das Wesen des Geldes ausmacht, welche Aspekte man bei der Geldanlage berücksichtigen sollte, worin die Folgen einer Inflation bestehen oder wie die Eurokrise entstanden ist sind hingegen Fragen, die nur wenige Schüler (und Erwachsene) kompetent beantworten können. „Selbstüberschätzung bezüglich der eigenen Finanzkompetenz“ – auf diese Formel lassen sich die Erkenntnisse zahlreicher empirischer Studien zur Situation der finanziellen Allgemeinbildung in Deutschland komprimieren. Eine Bearbeitung obiger Fragen im Ökonomieunterricht erscheint daher – auch im Hinblick auf übliche Lehrplanvorgaben – unverzichtbar. Doch wie kann Unterricht zum Thema „Geld und Geldpolitik“ kompetenzorientiert gestaltet werden?
Nachfolgend werden fünf empfehlenswerte und praktisch bewährte Unterrichtsmodule zum Thema „Geld und Geldpolitik“ vorgestellt, die auf verschiedene Arten genutzt werden können:
- in der hier vorgeschlagenen Reihenfolge (als Unterrichtsreihe);
- in einer selbst gewählten, an die jeweiligen Lernvoraussetzungen angepassten Reihenfolge (als Unterrichtsreihe);
- in Auszügen (als Unterrichtssequenz);
- ganz exemplarisch (in einzelnen Unterrichtsstunden).
Im Fokus stehen kompetenzorientierte Lernarrangements zu den Aspekten
- Grundlagen des Geldes
- Geldanlage und Kredit
- Preisniveaustabilität
- Geldpolitik
- Eurokrise
Für Rückmeldungen zum Einsatz dieser Lernarrangements sind wir dankbar!
Das ZöBiS-Team
Unterrichtsmodule zum Inhaltsfeld „Geld und Geldpolitik“
Modul I: Grundlagen des Geldes |
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| Inhaltlich | Methodisch | Unterrichtsmaterialien |
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Was ist überhaupt Geld?
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Ergänzend
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Wie funktioniert der bargeldlose Zahlungsverkehr?
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Modul II: Geldanlage und Kredit |
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Methodisch | Unterrichtsmaterialien |
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Wie kann ich mein Geld sinnvoll anlegen?
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(Wann) Lohnt es sich einen Kredit aufzunehmen und was sollte man dabei beachten?
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Modul III: Preisniveaustabilität |
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| Inhaltlich | Methodisch | Unterrichtsmaterialien |
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Wie entsteht eine Inflation, wie kann man sie messen - und ist Preisniveaustabilität wirklich so wichtig?
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Ergänzend
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Modul IV: Geldpolitik |
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| Inhaltlich | Methodisch | Unterrichtsmaterialien |
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Wie sinnvoll und wie realistisch ist die Autonomie der EZB?
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Ergänzend |
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(Wie) Funktioniert die Geldpolitik der EZB und inwieweit kann die EZB die gesamtwirtschaftliche Lage beeinflussen?
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Ergänzend
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Modul V: Eurokrise |
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| Inhaltlich | Methodisch | Unterrichtsmaterialien |
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Geldpolitik in der Krise - Hat der Euro eine Zukunft?
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Die Beschäftigung mit dem Thema „Steuern und Abgaben“ ist für Schüler spätestens dann von Relevanz, wenn das erste eigene Einkommen erzielt wird. In den politischen Debatten ist das Thema allgegenwärtig und nicht selten sogar wahlentscheidend. Zwar werden „Steuern und Abgaben“ in vielen Lehrplänen und Schulbüchern eher randständig behandelt. Aus wirtschaftsdidaktischer Sicht erscheint eine Thematisierung allerdings unverzichtbar, wenn Debatten um den Wirtschaftsstandort Deutschland und die Reform des deutschen Sozialstaats kompetent geführt werden sollen.
Nachfolgend werden fünf empfehlenswerte und praktisch bewährte Unterrichtsmodule zum Thema „Steuern und Abgaben“ vorgestellt, die auf verschiedene Arten genutzt werden können:
- in der hier vorgeschlagenen Reihenfolge (als Unterrichtsreihe);
- in einer selbst gewählten, an die jeweiligen Lernvoraussetzungen angepassten Reihenfolge (als Unterrichtsreihe);
- in Auszügen (als Unterrichtssequenz);
- ganz exemplarisch (in einzelnen Unterrichtsstunden).
Im Fokus stehen kompetenzorientierte Lernarrangements zu den Aspekten
- Abgabenbelastung und ihre Auswirkungen: Gehaltsabrechnung, Bruttolohn, Nettolohn, Lohnnebenkosten, Steuern, Sozialversicherungssystem, Sozialstaat (I.)
- Wichtige Steuerarten und ihre Gestaltung: Umsatzsteuer und verschiedene Umsatzsteuersätze (II.), Umweltsteuern und Internalisierung negativer externer Kosten (III.), Einkommensteuer und Steuerprogression (IV. sowie V.a)
- Weitere Steuerarten, Steuerhinterziehung und Steuergerechtigkeit (V.b)
Es bieten sich auch Praxiskontakte in diesem Themenfeld an. Die Ansprechpartner für Rheinland-Pfalz und den Kreis Siegen Wittgenstein finden Sie hier.
Das ZöBiS-Team
Fünf Unterrichtsmodule zum Thema
Steuern und Abgaben im Unterricht
I. Abgabenbelastung versus Notwendigkeit staatlichen Handelns - Rechenoperationen und Statistikanalyse
II. Umsatzsteuer: 19% auf alles? - Rechenoperationen, Fallbeispiele und Diskussion
- Gute Aufgaben zur Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer
- Gute Aufgaben zur Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer: Lösungsblatt
III. Ökonomische Analyse von Steuerwirkungen - Ökonomisches Experiment
IV. Einkommensteuer und Steuerprogression - Fallsubsumtion, Rechenoperationen und Diskussion
- Lehrmaterial: Wer muss Einkommenssteuer bezahlen
- Tabelle zu den Fallbeispielen
- Arbeitsblatt 1
- Material zu Arbeitsblatt 1
- Arbeitsblatt 2
- Test Einkommensteuer
V. Vertiefungsmodul
A. Mit der Einkommensteuer soziale Gerechtigkeit ansteuern? Computersimulation und rollengestützte Diskussion (Dr. Kuno Rinke)
Kuno Rinke, Andrea Stilla, Beatrix Wolf: Mit der Einkommenssteuer soziale Gerechtigkeit ansteuern? - Computersimulation und rollengestützte Diskussion. In: Jacobs, Heinz (Hrsg.): Der Sozialstaat auf dem Prüfstand. Bad Schwalbach 2013.
B. Unterrichtskoffer Steuern (Oberfinanzdirektion Koblenz)
- Konzept und Inhalte
- Inhalte Module Unterrichtskoffer
- Steuerspirale komplett
- Steuerspirale Gruppenarbeit
Modul 2: Steuerarten/ Steuersystem
Das Modul erklärt mit Hilfe von Gruppenarbeit (Arbeitsblätter), den unterschied zwischen direkten und indirekten Steuern sowie die Zuordnung der Steuern zu Bund, Ländern und Kommunen.
- Modul 2 - Systematik
- Modul 2 - Hierarchie
- Modul 2 - Gruppe 1: Steuersystem Hundesteuer
- Modul 2 - Gruppe 3: Steuersystem Energiesteuer
- Modul 2 - Gruppe 4: Einkommensteuer
- Modul 2 - Gruppe 5: Steuersystem Umsatzsteuer
Modul 3: „Fair geht vor“ / Steuerhinterziehung
Mit Hilfe einer Geschichte aus der Lebenswelt der Schüler wird das Thema Steuerhinterziehung (insbesondere in Form von Schwarzarbeit) sowie deren Auswirkungen gemeinsam mit den Schülern erarbeitet.
- Modul 3 - Ablaufplan Kategorie A
- Modul 3 - Geschichte Pauls Vater und Onkel Klaus
- Modul 3 - Alternativgeschichte Steuerhinterziehung
- Modul 3 - Ablaufplan Kategorie B
- Modul 3 - Gruppe 1
- Modul 3 - Gruppe 2
- Modul 3 - Gruppe 3
Modul 4: „Steuergerechtigkeit“ / Steuerklassen
Mittels eines Spiels mit Spielgeld wird bei diesem Modul erlebbar gemacht, wie mit Steuerpolitik für eine möglichst hohe Steuergerechtigkeit (im Sinne von Berücksichtigung der sozialen Verhältnisse) gesorgt werden kann. Darauf aufbauend wird der Sinn der verschiedenen Steuerklassen erläutert.
Wo liegen die zentralen Probleme des deutschen Sozialstaats? Muss die gesetzliche Rente reformiert werden? Waren die Arbeitsmarktreformen erfolgreich? Und ist das deutsche Sozialstaats-Modell überhaupt dauerhaft finanzierbar? - In den politischen Debatten ist das Thema „Sozialpolitik“allgegenwärtig und nicht selten sogar wahlentscheidend. Die Beschäftigung mit dem Thema ist für Schüler spätestens dann von Relevanz, wenn das erste eigene Einkommen erzielt wird. Die Globalisierung hat die Sozialpolitik vor neue Herausforderungen gestellt. Aus wirtschafts- und politikdidaktischer Sicht erscheint eine Auseinandersetzung mit sozialpolitischen Fragestellungen daher unverzichtbar, wenn Debatten um den Wirtschaftsstandort Deutschland und die Reform des deutschen Sozialstaats kompetent geführt werden sollen. Ihnen muss sich der Unterricht stellen, wenn er junge Menschen verantwortungsvoll auf ihre aktuelle und zukünftige Lebenssituation vorbereiten will.
Nachfolgend werden empfehlenswerte und praktisch bewährte Unterrichtsmodule zum Thema „Sozialpolitik“ vorgestellt, die auf verschiedene Arten genutzt werden können:
- in der hier vorgeschlagenen Reihenfolge (als Unterrichtsreihe);
- in einer selbst gewählten, an die jeweiligen Lernvoraussetzungen angepassten Reihenfolge (als Unterrichtsreihe);
- in Auszügen (als Unterrichtssequenz);
- ganz exemplarisch (in einzelnen Unterrichtsstunden).
Im Fokus stehen kompetenzorientierte Lernarrangements zu folgenden Aspekten:
- Abgabenbelastung und ihre Auswirkungen
- Demographischer Wandel und die Zukunft der Rente
- Arbeitsmarkt und Beschäftigungspolitik
- Diskussion um Wohlfahrtsmessung
- Deutscher Wohlfahrtsstaat im internationalen Vergleich
- Didaktik der Sozialpolitik
Für Rückmeldungen zum Einsatz dieser Lernarrangements sind wir dankbar!
Das ZöBiS-Team
Sechs Unterrichtsmodule zum Thema
Sozialpolitik im Unterricht
I. Sozialpolitik für Einsteiger
Thematisiert werden Gehaltsabrechnung, Bruttolohn, Nettolohn, Lohnnebenkosten, Steuern, Sozialversicherungssystem und Probleme des Sozialstaats. Die Materialien sind für einen Einsatz in der Sekundarstufe I besonders geeignet. Zu den Materialien geht es hier: „Was vom Lohn übrig bleibt“(siehe Lehrerportal „Steuern und Abgaben“, I.)
Weitere, besonders für die Sekundarstufe I geeignete Materialien („Sozialpolitik für Einsteiger“) liefert die Stiftung Jugend und Bildung in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Die Materialien sind nach Zielgruppen, Themen und Medien sortiert. Mithilfe eines Suchworts kann die Suche eingegrenzt werden. Zu den Materialien geht es hier: http://www.sozialpolitik.com/materialien
Zur Überprüfung der erworbenen Kompetenzen und zur Vorbereitung der Vertiefungsmodule eignet sich folgender interaktiver Test: http://www.sozialpolitik.com/interaktiv/test
II. Demographischer Wandel und Zukunft der Rente
Ausgehend von konkreten und detaillierten Fallbeispielen entwickeln die Schüler im Rahmen dieses Konzepts ein nachhaltiges Verständnis der Rentenformel und der aktuellen Herausforderungen für die gesetzliche Rentenversicherung. Unterstützt durch präzise ausgearbeitete Rollenkarten werden die Schüler so in die Lage versetzt, eine fachlich fundierte Podiumsdiskussion zur „Rente 2030“ durchzuführen und dabei wichtige Regeln erfolgreicher Kommunikation für ihre zukünftige Lebensgestaltung zu nutzen. Das Material umfasst zudem zwei alternative Reihenabschlüsse und umfangreiches Übungsmaterial.
Die Daten wurden 2019 mit Unterstützung der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft komplett aktualisiert und inhaltlich überarbeitet. Zu den von Dr. Marco Rehm erstellten Materialien geht es hier:
Ergänzend schlagen wir einen Beitrag der Fachleiterin Alexandra Labusch vom Zentrum für schulpraktische Studien in Engelskirchen vor: „Probleme des Sozialstaats am Beispiel der Rentenversicherung“, in: Politik & Co. 2, herausgegeben von Hartwig Riedel, Buchner Verlag, S. 94-109. Siehe hier: http://www.ccbuchner.de/titel-14084_2_2/politik_und_co_nrw_6896.html
Zur Vertiefung der fachlichen Hintergründe eignet sich die detaillierte und gut verständliche Darstellung im Lehrbuch von Wolfgang Leib und Lutz Schlafmann: „Allgemeine Wirtschaftslehre für Steuerfachangestellte“, 16. Auflage, Kiehl Verlag, darin das Kapitel „Arbeitsrecht und soziale Sicherung“ (inklusive Übungsaufgaben). Siehe http://www.kiehl.de/produkte/kiehl_web_produkt_1392324.aspx
III. Arbeitsmarkt und Beschäftigungspolitik
Anknüpfend an ein Marktmodell werden verschiedene Arbeitsmarktsimulationen entwickelt und in weiteren Schritten variiert. Dabei steht die Leitidee im Mittelpunkt, Lehrer in die Lage zu versetzen, die vorgestellten Aufgabenformate auf neue Themenfelder selbständig zu übertragen. Auf diese Weise werden Sach-, Methoden-, Urteils- und Handlungskompetenzen zu folgenden Aspekten trainiert:
- zur Arbeitslosen-, Kranken-, Pflege-, Renten- und Unfallversicherung mithilfe der Methode „Der große Preis“
- zum Arbeitsmarkt und zur Sozialversicherung mithilfe der Methode „Ampelspiel“
- zum Arbeitsmarkt und zu beschäftigungspolitischen Maßnahmen mithilfe der Methode „Mystery“
- zur Funktionsweise und zu den Stärken und Schwächen der Arbeitslosenversicherung mithilfe einer excel-basierten Simulation
Zu den von Gregor Pallast erstellten Materialien geht es hier :
- Inhalt
- Der große Preis (Impress-Datei)
- Ampelabfrage (PDF-Datei)
- Ampelabfrage Präsentation (Impress-Datei)
- Mystery (PDF-Datei)
- Arbeitsmarkt (Excel-Datei)
Ergänzend schlagen wir einen Beitrag der Fachleiterin Alexandra Labusch vom Zentrum für schulpraktische Studien in Engelskirchen vor: „Einkommen zwischen Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit“, in: Politik und Co. 2, herausgegeben von Hartwig Riedel, Buchner Verlag, S. 76-91. Siehe hier: http://www.ccbuchner.de/titel-14084_2_2/politik_und_co_nrw_6896.html
Zur Vertiefung der fachlichen Hintergründe eignet sich die detaillierte und gut verständliche Darstellung im Lehrbuch von Wolfgang Leib und Lutz Schlafmann: „Allgemeine Wirtschaftslehre für Steuerfachangestellte“, 16. Auflage, Kiehl Verlag, darin das Kapitel „Arbeitsrecht und soziale Sicherung“ (inklusive Übungsaufgaben). Siehe http://www.kiehl.de/produkte/kiehl_web_produkt_1392324.aspx
IV. Diskussion um Wohlfahrtsmessung
Anhand einer rollengestützten Simulation (Enquete-Kommission "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität" des Deutschen Bundestags) wendet sich das Unterrichtskonzept der Frage nach einer sinnvollen Alternative zur traditionellen Wohlfahrtsmessung zu. Der Unterrichtsvorschlag mündet darin, dass sich die Schülerinnen und Schüler an der viel diskutierten Frage nach einen neuen Wohlstandsindex mit selbstständig entwickelten und detailliert begründeten Beiträgen aktiv beteiligen. Dazu setzen sie sich mit bekannten Indizes (BIP, HDI, HPI und Gini-Koeffizient) auseinander und lernen, gemeinsam einen eigenen Wohlstandsindex zu entwickeln.
Zu den von Ulrich Krüger erstellten Materialien geht es hier:
Unterrichtsmaterial von Dr. Marco Rehm über die Erstellung eines (regionalen) Wohlstandsindikator finden Sie frei verfügbar unter www.suedwestfalen-macht-schule.com.
Weitere empfehlenswerte Materialien zum Unterrichtskonzept von Ulrich Krüger und Gordon Tavernier wurden im Wochenschau-Verlag veröffentlicht, siehe http://www.wochenschau-verlag.de/der-sozialstaat-auf-dem-pruefstand.html
Ergänzend kann ein Vortrag von Hans Christian Müller (Handelsblatt) genutzt werden, um das BIP sowie alternative Wohlstandsindikatoren im Unterricht zu beleuchten: siehe http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/wirtschaft/fortbildungen/mat_lfb_wi/wi_politik/handelsblatt_alternative_wohlstandindikatoren.pdf
V. Deutscher Wohlfahrtsstaat im internationalen Vergleich
Mit diesem Beitrag wird der Mikrokosmos des bundesdeutschen Sozialstaats verlassen und der Blickwinkel auf eine internationale Perspektive geweitet. Zentraler Bestandteil des Unterrichtskonzepts ist die induktive Puzzlemethode, mit der Schülerinnen und Schüler im Unterricht verschiedene europäische Sozialstaatstypen beleuchten und typische Problemfelder strukturieren können. Der Clou des Konzepts besteht darin, die Puzzle-Methode bereits am Anfang einer Unterrichtseinheit einzusetzen, um Wissen auf der Basis von Vorwissen und mit Hilfe von logischem Denken zu konstruieren und thematisch wichtige Begriffe, Prinzipien und Zusammenhänge selbstständig anzueignen.
Zu den von Julia Mertens und Michael Schultes erstellten Materialien geht es hier:
Weitere empfehlenswerte Materialien zum Unterrichtskonzept von Julia Mertens, Michael Schultes und Wolfgang Arnoldt wurden im Wochenschau-Verlag veröffentlicht, siehe http://www.wochenschau-verlag.de/der-sozialstaat-auf-dem-pruefstand.html
Ergänzend kann ein Beitrag von Frank Oschmiansky und Jürgen Kühl für die Bundeszentrale für politische Bildung genutzt werden, um wohlfahrtstaatliche Grundmodelle im Unterricht zu beleuchten: siehe http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/arbeitsmarktpolitik/55072/wohlfahrtsstaatliche-grundmodelle?p=all
VI. „Sozialpolitik unterrichten – drei Blickwinkel“ (Didaktik der Sozialpolitik)
Zu den von Herrn Prof. Dr. Nils Goldschmidt erstellten Materialien geht es hier:
Ergänzend kann ein Beitrag von Prof. Dr. Hans Jürgen Schlösser, Prof. Dr. Nils Goldschmidt und Dr. Michael Schuhen vom Zentrum für ökonomische Bildung in Siegen (ZöBiS) genutzt werden, um ordnungsökonomische Aspekte des Themas im Unterricht zu beleuchten. Zum Artikel geht es hier: Goldschmidt, Nils/ Schlösser, Hans Jürgen/ Schuhen, Michael: Gute Regeln für die Wirtschaft. F.A.Z. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20.06.2014, S. 18.
Ein kurzer Blick auf die Methode
Planspiele bilden auf der Grundlage eines Modells Entscheidungs- oder Handlungsprozesse gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Bereiche ab. Sie veranlassen die Lernenden, sich aktiv mit den Voraussetzungen, Abläufen und Konsequenzen sowie Interdependenzen der simulierten Prozesse auseinanderzusetzen, da sie ihre Entscheidungen in Handlungen umsetzen müssen. Dies setzt voraus, dass die Lernenden das Problem erfassen, eigene Ziele und dazu passende Lösungsmöglichkeiten erarbeiten sowie die hieraus folgenden Konsequenzen abwägen. Meist damit verbunden sind die selbstständige Informationsbeschaffung sowie die eigenständige Bewertung der Entscheidungsoptionen. Planspiele sind mehrstufig konzipiert, d. h., die erzielten Ergebnisse verändern permanent die Ausgangssituation der jeweils neuen Spielrunde und variieren damit auch die Entscheidungsvoraussetzungen. Als Strategiespiele bezeichnet man die Gruppe von Planspielen, deren Ergebnisse nicht durch zufällige Ereignisse bedingt, sondern Ausdruck strategischen Denkens sind. Planspiele eignen sich in besonderer Weise für die Einführung in ganzheitliches und systemisches Denken, da es gilt, Strategien auf der Grundlage einer Konsequenzanalyse zu planen.
Hier finden Sie den gesamten Text.
Übersicht der Planspiele
| Name / Webadresse | Anbieter / Entwickler | Typ |
|---|---|---|
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RFZPlan |
Zentrum für ökonomische Bildung in Siegen (ZÖBIS), Universität Siegen |
online-Planspiel; Finalrunde findet als computergestütztes Planspiel vor Ort statt |
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Schul / Banker |
Bundesverband deutscher Banken |
online-Planspiel; Finalrunde findet als computergestütztes Planspiel vor Ort statt |
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Planspiel Börse |
Deutscher Sparkassen Verlag GmbH | online-Planspiel |
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Jugend gründet |
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend | einmalig durchgeführtes Planspiel mit vorgeschaltetem Ideenwettbewerb sowie begleitenden E-Learning-Modulen und einem Expertensystem |
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Macro |
Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft e.V., Tübingen Entwickelt von Prof. Dr. Joachim Starbatty, Universität Tübingen |
computergestütztes Planspiel |
Lehrkräftefortbildung
Lehrkräftefortbildungen am ZÖBIS 2025: Digitale Simulationen für den Wirtschaftsunterricht
Die ersten 120 Teilnehmenden erhalten bei Teilnahme an der Fortbildung, dem Einsatz des Tools und anschließendem Feedback Gutscheine von Hugendubel im Wert von jeweils 25 Euro!
Programm
14:30 Uhr: Einwahl in die Videokonferenz
14:55 Uhr: Begrüßung und Einführungsvortrag "Die neue geldpolitische Strategie der EZB und die 'grüne' Geldpolitik" (Prof. Dr. Ekkehard A. Köhler, Vorstand des ZÖBIS)
15:30 Uhr: Workshop: Anwendung der Geldmarktsimulation (Prof. Ekkehard A. Köhler, Dilara Wiemann, ZÖBIS)
17:00 Uhr: Abschlussdiskussion
Bisherige Lehrkräftefortbildungen
| Titel der Lehrkräftefortbildung | Datum | Flyer |
| Ökonomische Bildung neu entdecken |
4.09.2008 |
Herunterladen |
| Ökonomische Bildung neu entdecken |
17.09.2009 | Herunterladen |
| Soziale Marktwirtschaft spielerisch lernen |
23.09.2010 | Herunterladen |
| Geldpolitik spielerisch lernen |
29.09.2011 | Herunterladen |
| Globalisierung kompetenzorientiert unterrichten |
20.09.2012 |
Herunterladen |
| Steuern und Abgaben - Ein Segen in Zeiten der Krise? |
25.09.2013 |
Herunterladen |
| Abgebaut oder aufgebläht? Der Sozialstaat auf dem Prüfstand |
26.09.2014 | Herunterladen |
| Wirtschaftsordnung und Wirtschaftspolitik kompetenzorientiert unterrichten | 17.09.2015 | Herunterladen |
| Geld, Geldpolitik und finanzielle Bildung |
22.09.2016 |
Herunterladen |
| Verbraucherbildung kompetenzorientiert gestalten | 21.09.2017 | Herunterladen |
| Gerechtigkeit in der Sozialpolitik | 29.11.2018 | |
| Markt und Wettbewerb | 18.09.2019 | |
| Online-Fortbildung: Geldpolitik in der CoViD-Krise | 24.09.2020 | Herunterladen |
| Online-Fortbildung: Ökonomische Effekte der CoViD-Krise | 07.12.2020 | |
| Online-Fortbildung: Rechte geimpfter Personen | 30.04.2021 |
|
| Unterricht für Südwestfalen | 6.10.2021 | |
| Unterricht für Südwestfalen | 20.06.2022 | |
| online-Fortbildung: Inflation 2022 - gekommen um zu bleiben? | 5.05.2022 | |
| Von der Sozialen zur ökologisch-sozialen Marktwirtschaft | 29.9.2022 | Herunterladen |
| Online-Fortbildung: Simulationen für den Wirtschaftsunterricht | 26.9.2024 | Herunterladen |
| Online-Fortbildung: Anwendung der Geldmarkt-Simulation |
20.11.2025 |
Ansprechpartner
AOR Dr. Marco Rehm
Kontakt
Sprechstunde nach Verreinbarung