Demenzprävention beginnt im Alltag – Teilnehmende gesucht
Viele Menschen hören vom Hausarzt oder in den Medien, dass sie sich regelmäßig bewegen und gesund ernähren sollen, um ihre Gesundheit zu stärken – auch ihr Gedächtnis. Doch die guten Vorsätze bleiben im Alltag oft auf der Strecke. Aus diesem Grund beschäftigt sich Doktorandin Ronja Müller-Späth an der Professur für Psychologische Alternsforschung der Universität Siegen mit der Frage: Wie sollten gesundheitsbezogene Beratungsgespräche gestaltet sein, damit Menschen davon profitieren und ins Handeln kommen? Für ihre aktuelle Studie zum Thema „Demenzprävention“ suchen sie und ihr Team daher Teilnehmende ab 18 Jahre. „Demenzprävention ist keine Frage des Alters“, erklärt Müller-Späth. „Was wir heute im Alltag tun, kann langfristig einen Unterschied machen.“ Angesprochen sind daher ausdrücklich auch Menschen, die sich noch weit vom Thema Demenz entfernt fühlen. Voraussetzung ist lediglich Interesse an einer persönlichen Beratung.
Individuelle Beratung statt allgemeiner Ratschläge
Teilnehmende erhalten einen kostenlosen, etwa einstündigen Beratungstermin am Campus Unteres Schloss in Siegen. In einem persönlichen Einzelgespräch werden zunächst verständliche Informationen zu Demenzformen und ihren Risikofaktoren vermittelt, zudem gibt es Raum für individuelle Fragen. Herzstück der Beratung ist ein interaktives Gesundheitsprofil: Gemeinsam wird erarbeitet, was im Alltag bereits gesundheitsförderlich umgesetzt wird und wo realistische Ansatzpunkte für Veränderungen liegen – und zwar in den Bereichen Bewegung, Schlaf, Ernährung sowie soziale und kognitive Aktivität.
Statt pauschaler Empfehlungen wie „mehr Bewegung“ oder „gesunde Ernährung“ setzt das Forschungsteam auf konkrete und alltagstaugliche Tipps. Das können kleine, direkt umsetzbare Schritte sein – etwa häufiger die Treppe statt des Aufzugs zu nutzen, täglich zu lesen oder das Handy abends nicht mit ins Bett zu nehmen. „Es geht nicht darum, das Leben komplett umzukrempeln“, betont Müller-Späth. „Wir wollen die erste Hürde möglichst klein halten und gemeinsam einen realistischen Anfang finden.“ Denn nicht für jeden seien ein zweistündiger Fitnessstudiobesuch oder ein wöchentlicher Roman neben den alltäglichen Verpflichtungen umsetzbar – beispielsweise neben Beruf, Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen.
Studie zu Gestaltung von Beratungsgesprächen
Die Studie ist Bestandteil des größeren Forschungsprojekts PaTH (Partizipation, Treatment Adherence & Health), das seit 2024 an der Professur für Psychologische Alternsforschung von Prof. Dr. Julia Haberstroh an der Uni Siegen läuft. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Wirksamkeit einzelner Präventionsmaßnahmen, sondern die Gestaltung der Beratungsgespräche selbst. Mit dem Projekt knüpfen die Forscher*innen an die Entwicklung einer stärker patientenorientierten Versorgung an, in der nicht Anweisungen von oben im Vordergrund stehen, sondern Beteiligung und Verständigung auf Augenhöhe.
Die Studie ist Januar 2026 gestartet, eine Teilnahme ist noch bis Ende Juli 2026 möglich. Termine werden individuell vereinbart.
Anmeldung zur Studie:
E-Mail: praevention@psychologie.uni-siegen.de
Telefon: 0271 740 4555 (besetzt: Mo: 13.30-14.30 Uhr und Do: 16.30-17.30 Uhr)