Internationale Perspektiven für angehende Lehrkräfte
Das Projektteam von connect4future: Prof. Dr. Daniel Scholl, Direktor des Zentrums für Lehrkräftebildung und Bildungsforschung der Uni Siegen (ZLB); Dr. Nadja Ratzka, Geschäftsführung des ZLB; Anna Lehr, Ressortleitung Entwicklung – Monitoring – Berichtswesen; Vanessa Breitkopf, Projektkoordination connect4future; Julia Shirley, Projektmitarbeiterin connect4future und Mitarbeiterin des International Office; Lara Treichel, Wissenschaftliche Hilfskraft connect4future (v.l.)
Die Anforderungen an Schulen und Lehrkräfte wandeln sich spürbar: Klassen werden vielfältiger, gesellschaftliche Fragen komplexer, digitale Entwicklungen prägen den Unterricht. Die Universität Siegen reagiert darauf mit dem Projekt connect4future und will internationale Erfahrungen fest in der Lehrkräftebildung verankern. Das Projekt connect4future wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert. „connect4future ermöglicht es den beteiligten Studierenden, professionsbezogene Herausforderungen und Fragen gemeinsam mit internationalen Kommiliton*innen zu bearbeiten und somit den Blick über das eigene System hinaus zu weiten“, erklärt Anna Lehr, Ressortleitung Entwicklung – Monitoring – Berichtswesen. Angesiedelt ist das Projekt am Zentrum für Lehrkräftebildung und Bildungsforschung der Uni Siegen.
Im Mittelpunkt stehen konkrete Fragen aus dem Schulalltag: Auf welche Art und Weise lassen sich KI-Tools sinnvoll im Unterricht einsetzen? Wie fördern Lehrkräfte Diskussions- und Urteilskompetenz? Auch Themen wie mentale Gesundheit, Klimaschutz und globale Gerechtigkeit spielen eine wichtige Rolle. Das Projekt ermöglicht Lehramtsstudierenden internationale Einblicke. Der Blick ins Ausland soll zeigen, wie andere Länder aktuelle Herausforderungen angehen und mit welchen Lösungsansätzen man sinnvoll die eigene Praxis weiterentwickeln kann. Gleichzeitig stärkt es gezielt überfachliche Kompetenzen, sogenannte Future Skills, zum Beispiel Kommunikation, Kooperation, kritisches Denken und Problemlösefähigkeit.
Wie das in der Praxis aussieht, zeigte eine Exkursion nach Dänemark im Februar 2026. Lehramtsstudierende der Universität Siegen besuchten Bildungsorte in Aarhus und Aalborg und lernten verschiedene Lernkonzepte kennen. Sie erkundeten unter anderem eine Schule mit offenen Lernräumen und bewegungsorientiertem Unterricht sowie ein öffentliches Bildungs- und Begegnungszentrum. An einer dänischen Partnerhochschule tauschten sie sich mit Studierenden über Bildungssysteme, Unterrichtspraxis und gemeinsame Herausforderungen aus. Die Exkursion fand in enger Kooperation mit der OASE Lernwerkstatt sowie mit den Lehrenden Dr. Annika Gruhn und Dr. Barbara Müller-Naendrup statt.
Die Angebote von connect4future entstehen in enger Kooperation mit interessierten Lehrenden. Das Projektteam unterstützt Lehrende organisatorisch und finanziell dabei, internationale Perspektiven und Ausrichtungen in ihre Veranstaltungen zu integrieren. Gemeinsam entwickeln sie Konzepte, bauen Partnerschaften auf und setzen individuelle Formate um. Interessierte Lehrende können sich direkt an das Projektteam wenden und in die Sprechstunde kommen.
connect4future richtet sich bewusst auch an Studierende, für die ein längerer Auslandsaufenthalt bisher schwer umsetzbar war, etwa aus organisatorischen oder finanziellen Gründen. Deshalb umfasst das Angebot neben kurzen Exkursionen und Summer Schools auch hybride Lehrformate, digitale Austauschmöglichkeiten, internationale Ringvorlesungen in Siegen oder einen internationalen Studierendenstammtisch. „Wir schaffen niedrigschwellige Angebote, damit möglichst alle Studierende internationale Erfahrungen sammeln können“, erklärt Vanessa Breitkopf, Projektkoordinatorin. „Die Nachfrage ist sehr groß.“
Das Projekt „connect4future – Encouraging an International Approach on Future Skills in Teacher Education“ wird im Rahmen des Programms „Lehramt.International 2.0: Internationalisierung der Lehramtsausbildung an deutschen Hochschulen, Modellprojekte an deutschen Hochschulen (Modul A) (2025–2029)“ gefördert.