Jugendämter kompetent inklusiv (Jakomi)
Das Projekt Jakomi unterstützt Jugendämter bei der Vorbereitung auf die inklusive Kinder- und Jugendhilfe. Aufbauend auf dem Erleben von Eltern und jungen Menschen mit Behinderungen sowie Perspektiven von Fachkräften soll mithilfe eines Mixed-Methods-Ansatzes die aktuelle Hilfe- und Gesamtplanung abgebildet und untersucht werden, welche Bedingungen es braucht, damit eine inklusive Hilfeplanung gelingen kann, die Selbstbestimmung fördert sowie bedarfsgerecht und beteiligungsorientiert ist.
Projektbeschreibung
Das Projekt Jakomi unterstützt Jugendämter bei der Vorbereitung auf die inklusive Kinder- und Jugendhilfe. Im Zentrum steht die inklusive Weiterentwicklung von Hilfeplanung zur Prüfung und Erfüllung von Rechtsansprüchen junger Menschen mit Behinderungen und ihrer Familien im Kontext der Gesamtzuständigkeit.
Hintergrund und Herausforderung
Bisher prozessieren Jugend- und Sozialämter die Bedarfe junger Menschen sehr unterschiedlich, mit divergierenden Logiken und Verfahrensabläufen. Die zentrale Herausforderung besteht darin, zwei Perspektiven zu integrieren:
- Personenzentrierter Blick der Eingliederungshilfe – fokussiert auf Beeinträchtigungen und Teilhabebarrieren.
- Familiensystemischer Blick der Kinder- und Jugendhilfe – berücksichtigt kind- und familienbezogene Bedarfslagen.
Jugendämter stehen vor der anspruchsvollen Aufgabe, beide Blickrichtungen zu balancieren: junge Menschen ganzheitlich wahrzunehmen ohne Reduzierung auf ihre Beeinträchtigungen, und gleichzeitig das gesamte Familiensystem unterstützend zu begleiten ohne defizitorientierte Infragestellung der elterlichen Erziehung.
Fragestellung und Schwerpunkte
Das Projekt widmet sich der Frage, ob, wann und wie bislang die familiensystemische Perspektive in die Hilfe- und Gesamtplanung integriert wird. Dabei werden drei Schwerpunkte untersucht:
- die Bedarfsbestimmung
- die Beteiligungsoptionen sowie
- das Wechselspiel zwischen Recht und Praxisstrukturen.
Konkret geht es darum zu erfassen,
- welches Erleben Eltern von der Hilfe- und Gesamtplanung haben,
- welche Bedarfe aus unterschiedlichen Perspektiven (Eltern, junge Menschen mit Behinderung, Fachkräfte) in den Blick genommen werden und
- welche Stolpersteine und Gelingensfaktoren bei der Einbeziehung der familiensystemischen Perspektive existieren.
Ergebnisse
Auf Grundlage der empirischen Erkenntnisse werden Gelingensfaktoren für eine Selbstbestimmung fördernde, bedarfsgerechte und beteiligungsorientierte inklusive Hilfeplanung herausgearbeitet. Die Forschungsergebnisse werden in einem Abschlussbericht der Fachöffentlichkeit zur Verfügung gestellt und in einschlägigen Fachzeitschriften für Praxis und Wissenschaft publiziert.
Alles auf einen Blick
Forschungsmethoden & Vorgehen
Baustein 1
Gruppendiskussionen und Einzelinterviews – Gruppendiskussionen mit Eltern von Kindern mit Behinderungen sowie mit jungen Menschen mit Behinderungen. Diese dienen der thematischen Sondierung für die Fragebogenerhebung und der inhaltlichen Vertiefung.
Baustein 2
Bundesweite Fragebogenerhebung – eine quantitative Erhebung bei Eltern, durchgeführt in Kooperation mit dem Kindernetzwerk e.V.
Baustein 3
Fokusgruppen mit Fachkräften – Fokusgruppengespräche mit Fachkräften aus drei verschiedenen Organisationstypen (jugendamtlicher ASD; SGB VIII/SGB IX-Spezialdienst; Träger der SGB IX-Eingliederungshilfe), mit Fokus auf deren aktuelle Praxis sowie zur Reflexion der Ergebnisse aus der Elternbefragung.
Baustein 4
Validierungsworkshop zu den vorläufigen Ergebnissen mit Eltern von Kindern mit Behinderungen.