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Klimaschutz in kleinen Kommunen: Hürden und Erfolgsfaktoren

Kleine Kommunen stehen bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen vor besonderen Herausforderungen. Das Forschungsprojekt KikK untersucht, welche Hürden Kommunalpolitiker:innen und Klimaschutzpersonal in kleinen Kommunen erleben und wie erfolgreicher Klimaschutz trotzdessen gelingen kann.

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Projektbeschreibung

Kleine Kommunen mit bis zu 10.000 Einwohner:innen stehen bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen vor besonderen Herausforderungen. Als Träger öffentlicher Aufgaben sind Kommunen dazu verpflichtet, das Klimaneutralitätsziel des Bundes in der Planung und Umsetzung kommunalpolitischer Entscheidungen zu berücksichtigen. Zugleich schränkt die strukturelle Unterfinanzierung sowie die mangelnde Umsetzung des Konnexitätsprinzips den Handlungsspielraum der Kommunen stark ein. 

Das Forschungsprojekt Klimaschutz in kleinen Kommunen (KikK) untersucht, welche Hürden Kommunalpolitiker:innen und Klimaschutzpersonal in kleinen Kommunen erleben und welche Faktoren Klimaschutzmaßnahmen trotz gegebener Hürden ermöglichen. Der Abschlussbericht basiert auf Forschungsinterviews mit kommunalen Klimaschutzexpert:innen aus allen deutschen Bundesländern (abzgl. der Stadtstaaten).

Die Ergebnisse zeigen, dass die angespannte Finanzlage, komplexe Fördermittelanträge und der freiwillige Aufgabencharakter den Klimaschutz und die Klimaanpassung auf kommunaler Ebene ausbremsen. Dennoch gelingt es kleinen Kommunen, u. a. durch interkommunale Zusammenarbeit und partizipative Finanzierungsansätze erfolgreich zum Gelingen der nationalen Klimaschutzziele beizutragen. 

Das Projekt identifiziert drei Grundformen im Umgang mit kommunalen Fördermitteln und schlägt Maßnahmen zur Unterstützung der Kommunen vor. Unsere Handlungsempfehlungen richten sich einerseits an die Landes- und Bundespolitik, aber zeigen zugleich, wie es lokalen Akteur:innen gelingen kann, trotz gegebener Hürden erfolgreich Klimaschutz zu betreiben. 

Kleine Kommunen benötigen (1) Planungssicherheit, (2) finanzielle Entlastung, (3) schlanke Vergabeverfahren, (4) innovative Finanzierungsansätze sowie (5) die gezielte Unterstützung übergeordneter Institutionen, um Klimaschutz als Querschnittsaufgabe etablieren zu können.

Alles auf einen Blick

  • Icon Kalender

    Laufzeit
    01.02.2025 - 30.04.2026

  • Icon Tag

    Forschungsbereich
    Klimaschutz 

  • Icon Abzeichen Euro

    Finanzierung
    Eigenmittel

  • Icon Tag

    Projektleitung
    Sarah Dahlmann

     

Publikationen und mehr zum Thema

Abschlussbericht
Abschlusspräsentation Zusatzmaterial

 

Forschungsfragen

Die übergeordnete Forschungsfrage lautet: „Welche Hürden und Erfolgsfaktoren erleben Kommunalpolitiker:innen und kommunales Klimaschutzpersonal in Bezug auf Klimaschutz in kleinen Kommunen?“. 

Das Projekt untersucht mit einem empirischen Forschungsansatz die Hürden und Veränderungswünsche kleiner Kommunen. Zudem wird analysiert, warum und wie es Kommunen trotz bestehender Hürden gelingen kann, erfolgreich Klimaschutz umzusetzen. Durch den zweistufigen Forschungsansatz werden die besonderen Herausforderungen kleiner Kommunen berücksichtigt und Policy-Empfehlung für Bund und Länder formuliert. Gleichzeitig bieten die Ergebnisse konkrete Beispiele und Handlungsempfehlungen für kleine Kommunen. Die Erkenntnisse basieren auf deutschlandweit geführten, leitfadengestützten Expert:inneninterviews. Der Artikel beantwortet neben der übergeordneten Frage zu den Hürden und Erfolgsfaktoren im kommunalen Klimaschutz sechs untergeordnete Forschungsfragen:

1.    Vor welchen besonderen Herausforderungen im Bereich Klimaschutz stehen kleine Kommunen mit maximal 10.000 Einwohner:innen?

2.    Wie wirken sich die kommunalen Defizite auf den Aufgabenbereich Klimaschutz aus?

3.    Wie werden die Fördermöglichkeiten für den kommunalen Klimaschutz sowie deren Beantragungsprozess wahrgenommen?

4.    Welche Faktoren ermöglichen es kleinen Kommunen, trotz gegebener Hürden Klimaschutz und Klimaanpassung voranzubringen?

5.    Welche Aspekte werden als Schlüsselfaktoren für das Gelingen von Klimaschutz und Klimaanpassung wahrgenommen?

6.    Was benötigen kleine Kommunen für eine erfolgreiche Zukunft im kommunalen Klimaschutz?

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Handlungsempfehlungen

Finanzielle Restriktionen stellen die größte Hürde für den kommunalen Klimaschutz dar. Die starke Fördermittelabhängigkeit führt zu einer strukturellen Differenzierung kleiner Kommunen in drei Typen hinsichtlich des Umgangs mit diesen Mitteln. Die Förderlandschaft wird ambivalent bewertet: Einerseits ermöglichen Förderprogramme erst eine Umsetzung von Klimaschutzaktivitäten, andererseits erschweren Bürokratie, „Förderdschungel“, kurze Fristen, hohe Eigenanteile sowie die Konzeptlastigkeit die Förderung erheblich. 

Die Akzeptanz kommunaler Klimaschutzmaßnahmen erweist sich als vielschichtig. Während die Akzeptanz in der Bevölkerung heterogen verteilt ist und selten als ausschlaggebender Hemmfaktor wahrgenommen wird, stellt die Unterstützung durch den oder die Bürgermeister:in ein faktisches „K.-o.-Kriterium“ für erfolgreichen Klimaschutz dar.

Trotz gegebener Hürden leisten viele kleine Kommunen bereits einen wesentlich Beitrag zum Gelingen der nationalen Klimaschutzziele. Ihre wichtigsten Erfolgsfaktoren sind Vernetzung und interkommunale Zusammenarbeit, frühzeitige und direkte Kommunikation mit Bürger:innen, eine institutionelle sowie personelle Verankerung des Klimaschutzes und ein erkennbarer fiskalischer Nutzen von Klimaschutzmaßnahmen. Kleine Kommunen profitieren besonders von Gemeinschaftslösungen mit Nachbarkommunen, Landkreisen oder regionalen Netzwerken.

Das Ziel des Forschungsprojekts ist ein tiefgehende Verständnis der individuellen Erfahrungen ausgewählter Kommunen sowie deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Diese Logik qualitativer Forschung sollte bei der Interpretation der Forschungsergebnisse berücksichtigt werden. Die Folgen der Klimakrise sind deutschlandweit in den Kommunen spürbar. Klimaschutz und Klimaanpassung zum Schutz der Bevölkerung vor Extremwetter sind faktisch keine freiwillige Zusatzaufgabe, sondern müssen in der Verwaltungspraxis verankert werden. Hierzu braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, kommunalen Handlungsspielraum und die Initiative der Bürgermeister:innen, trotz gegebener Hürden den Schutz des Klimas und der Bürger:innen zu unterstützen.

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Das Projektteam

Sarah Lange neu

Sarah Dahlmann

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Personal profile photo

Teresa Kersting M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Personal profile photo

Jacob Hochhaus

Wissenschaftlicher Mitarbeiter