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„Sein Fleisch sah die Verwesung nicht“ (Apg 2,31)

Patristische Konzeptionen des Leibes Jesu und ihre neutestamentlichen Bezugstexte

Im sechsten Jahrhundert entzündete sich eine intensive Debatte um die Beschaffenheit des Leibes Jesu: Diskutiert wurde die Frage, ob ihm bereits vor der Auferstehung die aphtharsia, also die Unverweslichkeit in vollem Sinne zukam. Diese Auseinandersetzung um den Julianismus, die sich in verschiedenen Kirchen der damaligen Christenheit abspielte und sich insbesondere im syrisch- und armenischsprachigen Osten über Jahrhunderte hinzog, ist nur auf den ersten Blick eine eher skurrile Randnotiz der Dogmengeschichte. Denn in dieser literarisch höchst produktiven Auseinandersetzung brachen Probleme auf, die die christologischen Debatten und Entwürfe schon seit Abfassung der Evangelien begleitet hatten. Allerdings ist die heftig geführte Diskussion um die aphtharsia des Leibes Jesu nur eines von vielen Beispielen dafür, dass die neutestamentlichen Texte den altkirchlichen Christologien keineswegs nur die Problemstellungen vorgegeben haben. Vielmehr begleitete die Exegese dieser Texte die Diskussionen kontinuierlich und trieb sie wie eine Art ‚Motor‘ weiter an.

 

Foto für Flyer internationale Tagung Aphtharsia 2025

Von der Fleischwerdung des Logos zur Unverweslichkeit seines Körpers

Johannesauslegung im Aphthartodoketischen Streit und seiner Vorgeschichte

Projektbeschreibung

Das Projekt kombinierte auf innovative Weise die Exegese des Johannesevangeliums im Licht seiner altkirchlichen, insbesondere seiner miaphysitischen Auslegungs- und Rezeptionsgeschichte mit der Erforschung einer für die weitere Entwicklung des östlichen Christentums entscheidenden Kirchenspaltung, die auch Teile der chalkedonischen Reichskirche erfasste. Das Projekt verfolgte im Hinblick auf den aphthartodoketischen Streit und seine Vor- und Nachgeschichte daher dogmen- und auslegungsgeschichtliche, aber auch exegetische Ziele (insbesondere für das Verständnis der johanneischen Christologie). 

Schwerpunkte des Projekts

  • Auslegung des Johannesevangeliums als Faktor des Konflikts

  • Gehalt und Folgen des Bekenntnisses zum vollen Menschsein Jesu

  • Exegetischer und bibeltheologischer Diskurs zur Relativierung anachronistischer Etikettierungen

     

Internationale Abschlusstagung vom 19.03.-21.03.2025

 

Projektmitarbeiterin

Frau Dr. Ute Possekel, Harvard Divinity School

 

Alles auf einen Blick

  • Icon Kalender

    Laufzeit
    01.01.2021 - 31.03.2025 

  • Icon Tag

    Forschungsbereich
    Katholische Theologie/Biblische Theologie

  • Icon Abzeichen Euro

    Finanzierung
    Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG): 338.070€

 

Projektleitung

Hans-Ulrich Weidemann

Univ.-Prof. Dr. Hans-Ulrich Weidemann

Professor

Fördermittelgeber

Das Projekt wurde durch die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG) gefördert.

 

Weiterführende Links

Website der DFG