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Transnational Renaissance: The Making of a Modern Idea Between Germany and Italy

Die Tagung vom 20. bis zum 24. November 2023 in der Villa Vigoni (Menaggio, Italien) widmete sich der Untersuchung des sprachlichen, historischen und philosophischen Ursprungs des modernen Renaissance-Begriffs. Im Fokus stand die Aneignung und Transformation der deutschen Gelehrsamkeit im Italien des 19. Jahrhunderts, direkt oder durch französische Vermittlung. Verfolgt wurde Hypothese, dass dieser Wissenstransfer den „Rinascimento“ neu definierte – sowohl als Begriff als auch als historiographische Idee.

 

Professur für Geschichte der Philosophie

 

Foto der Villa Vigoni

Projektbeschreibung

Das Symposium untersuchte die historische und zeitgenössische Entwicklung der Renaissance-Philosophie, wobei der umstrittene Charakter dieses historiographischen Konzepts und seine institutionelle Entwicklung im Mittelpunkt standen. Ziel war es, die Entwicklung des Begriffs „Renaissance“ vom 19. Jahrhundert bis hin zur heutigen akademischen Praxis nachzuvollziehen und die transnationalen sowie interdisziplinären Dynamiken zu betonen, die ihn prägten.

Zentrale Themen waren:

  1. Historiographische Grundlagen: Die Konferenz beleuchtete neue Interpretationen von Renaissance-Quellen, die frühe Entstehung des Begriffs „Renaissance“ und den Einfluss von Persönlichkeiten wie Marco Sgarbi und Lucas Burkart. Besondere Aufmerksamkeit galt der Rolle Frankreichs bei der Formung des Begriffs, insbesondere durch die Arbeiten von Hegel und Cousin, sowie deren Einfluss auf Italien und Großbritannien.

  2. Globale und transnationale Perspektiven: Der Begriff „Globale Renaissance“ wurde durch Fallstudien zur sowjetischen Historiographie und dem transatlantischen Austausch zwischen italienischen und amerikanischen Gelehrten im späten 19. Jahrhundert untersucht. Die Konferenz hob die Rolle der wissenschaftlichen Migration bei der Formung historiographischen Denkens hervor.

  3. Methodologische Ansätze: Drei Leseseminare förderten den interdisziplinären Austausch über die Renaissance-Philosophie, wobei der Fokus auf ihrer Rezeption in der Literatur, politischen Agenden und den sich verändernden Bedeutungen von Begriffen wie „Rinascimento“ und „Risorgimento“ lag. Die Beiträge junger Wissenschaftler:innen spielten eine Schlüsselrolle in diesen Diskussionen.

  4. Institutionalisierung der Renaissance-Philosophie: Es wurde auch der Einfluss grundlegender Philosophen des 20. Jahrhunderts wie Cassirer, Kristeller und Garin auf das Fachgebiet diskutiert. Die abschließende Podiumsdiskussion beleuchtete die institutionelle Präsenz der Renaissance-Philosophie und ihre Zukunft in der akademischen Welt, wobei die Bedeutung einer europäischen Zusammenarbeit für ihre langfristige Relevanz betont wurde.

Die Konferenz, an der Forscher:innen aus Deutschland, Italien, Frankreich, der Schweiz und Großbritannien teilnahmen, eröffnete eine breitere Debatte über die Zukunft der Renaissance-Philosophie als akademisches Fach.

Alles auf einen Blick

  • Icon Kalender

    Laufzeit
    19.11.2021 – 24.11.2023 (beendet)

  • Icon Tag

    Forschungsbereich
    Historiographie, Rezeption der Renaissance

  • Icon Abzeichen Euro

    Finanzierung
    Villa Vigoni (Centro italo-tedesco per il dialogo europeo) & DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)

     

 

Plakat der Tagung in der Villa Vigoni

 

Link zum Programm

Organisator:innen des Projekts

Die Tagung wurde von Mario Meliadò (Universität Siegen) in Zusammenarbeit mit Alessio Cotugno (Università di Venezia) und Cecilia Muratori (Università di Pavia) im Rahmen des DFG-Programms „Deutsch-italienische Zusammenarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften“ organisiert.

 

Flyer zum Transnational Renaissance-Projekt