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Vorausschauende Wartung in der Industrie zur Steigerung der Verfügbarkeit und Energieeffizienz mittels multimodaler Analyse-modelle und agentengeführter mobiler Sensorik (WISES)

 Das Projekt WISES entwickelt ein mobiles, KI-basiertes Sensorsystem, das Anomalien wie Leckagen in Druckluftsystemen erkennt. Autonome Sensorroboter (AGVs) erfassen Temperatur-, Schall- und Vibrationsdaten und analysieren sie in Echtzeit. So steigt die Energieeffizienz, während Wartungskosten durch vorausschauende Instandhaltung sinken. WISES fördert die Digitalisierung industrieller Prozesse und stärkt die Innovationskraft der Region NRW durch den Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Industrie sowie einen nachhaltigen Ressourceneinsatz.

WISES

Projektbeschreibung

Die Innovation des Forschungsprojekts ist die Echtzeiterkennung von Anomalien in Maschinen und Anlagen mittels mobiler Sensorik und zugehörigen multimodalen Analysemodellen, welche erhobene Signaturen kontinuierlich aufnehmen und bewerten. AGVs werden sich durch die Produktionshallen bewegen und Sensordaten erfassen, um Anomalien (z.B. Ausfälle, Energieverluste, Leckagen) zu er-kennen. Das Projekt entwickelt dazu neuartige Algorithmen, welche Trajektorien für die AGVs und Aufnahme-Vektoren für gerichtete Sensoren (z.B. Richtmikrofon, Infrarot-Temperatursensor) berechnen. Die gesammelten mehrdimensionalen Datenströme umfassen Zeitserien mit räumlichem Versatz verschiedener Sensoren. Dazu gehören beispielsweise die Wärmeabstrahlungen, die Belastung der Maschinen, die Leistungsaufnahme und die Luftströme. Analysemodelle klassifizieren nicht nur das Systemverhalten und erkennen Anomalien, sondern liefern auch eine Rückkopplung zur Planung der Trajektorien und Aufnahme-Vektoren, um die Klassifikationsgüte zu maximieren. Ein weiterer bedeutender innovativer Ansatz ist die Entwicklung eines umfangreichen sprachbasierten Empfehlungssystems, das die vorausschauende Wartung unter Verwendung historischer Daten und der Ergebnisse von Analysemodellen unterstützen kann, während der Mensch in der Schleife bleibt. Bei der kontext-basierten Empfehlung handelt es sich um eine sich selbst aktualisierende Technologie, die modernste Sprachmodelle (z.B. Llama 3) verwendet, die sowohl Text- als auch Sprachdaten versteht und von Wartungsexperten über die Cloud ferngesteuert kommuniziert werden kann. Ein konkretes Beispiel ist die Erkennung von Pressluftleckagen in Druckereien. Die Erkennung solcher Leckagen führt zu massiven Energieeinsparungen und verhindert nachfolgende Schäden mit Stillstandzeiten der Druckerei. Dies stellt eine wesentliche Innovation zum Stand der Technik dar, welcher vorwiegend auf stationäre Sensorik oder menschliche Wartungstechniker setzt. Stationäre Sensorik weist wesentliche Nachteile und Einschränkungen in Bezug auf Skalierbarkeit, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Kosteneffizienz und Multifunktionalität auf. Menschliche Wartungstechniker sind nicht nur kostenintensiv, sondern führen hohem Zeitbedarf und Einschränkungen in Bezug auf die Arten erkennbarer Anomalien. Daneben sind Produktionsanlagen wie Druckereien aufgrund der Umgebungsbedingungen (z.B. Lärmpegel) für Wartungstechniker nicht dauerhaft geeignet. WISES entwickelt ein mobiles, KI-basiertes Sensorsystem zur Erkennung von Anomalien wie Leckagen in Industrieanlagen. Autonome Sensorroboter (AGVs) erfassen Wärme-, Schall- und Vibrationsdaten und werten diese in Echtzeit aus. Es steigert die Verfügbarkeit der Maschinen und trägt zur Einsparung von Energie bei.

Schwerpunkte des Projekts

  • Entwicklung eines agenten-geführten, mobilen Sensorsystems (AGV) für die multimodale Erfassung und Analyse industrieller Zustände.
  • Echtzeiterkennung von Anomalien durch kombinierte Auswertung von Wärme-, Schall-, Vibrations- und Bilddaten.
  • Nutzung von Large Language Models (LLMs) zur Ableitung kontextsensitiver Handlungsempfehlungen für Wartungstechniker.
  • Aufbau einer Rückkopplungsschleife zwischen Sensorik, Analyse und Handlungsempfehlung zur kontinuierlichen Verbesserung der Wartung.

Alles auf einen Blick

  • Icon Kalender

    Laufzeit
    01.11.2025 – 31.10.2028

  • Icon Tag

    Forschungsbereich
    Real Time Structural Health Monitoring, Large Language Models, Sensordatenfusion

  • Icon Abzeichen Euro

    Finanzierung
    Ministerium für Wirtschaft. Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen / Kofinanziert von der Europäischen Union

 

Forschungsmethoden & Vorgehen

AP1

Anforderungen, Modelloptimierung und multimodale Sensing-Architektur

AP2

Energieeffiziente und echtzeitfähige Sensorfusion

AP3

Analyse- und Entscheidungsalgorithmen zur Anomalieerkennung

AP4

LLM und graphbasierte Retrieval Augmented Generation

AP5

Modultest, Integration und Feldtest

AP6

Evaluation der Anomalieerkennung und der LLM/RAG-basierten Handlungsempfehlungen 

Das Projektteam

Roman Obermaisser

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Roman Obermaisser

Professor

Prof. Dr. Roman Obermaisser is full professor at the Division for Embedded Systems of University of Siegen. Roman Obermaisser has finished his doctoral studies in Computer Science with Prof. Hermann Kopetz at Vienna University of Technology as research advisor in 2004.