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Die Bibel und ihre Didaktik - Gender Studies / Masculinity Studies

Seminar für Katholische Theologie

An der Professur für Bibelwissenschaften befassen wir uns mit einer Sammlung von jahrtausendealten antiken Texten: der Bibel (von griechisch biblia: „Bücher“). Aus diesen Texten sind die Heiligen Schriften von Judentum und Christentum gebildet. Die Bibel ist aber auch echte Weltliteratur und hat unterschiedliche Kulturen maßgeblich beeinflusst.

Wissenschaftliche Exegese wird am Seminar für Katholische Theologie unter einer doppelten Perspektive praktiziert. Zum einen erforschen wir die Texte historisch-kritisch, um sie im Kontext ihrer Entstehung im Alten Orient und im griechisch-römischen Mittelmeerraum und somit in ihrer Fremdheit zu verstehen. Zum anderen erschließen wir die Bibel als Ort theologischer Erkenntnis, um sie auch für heutige Diskurse fruchtbar zu machen. 

David musiziert an Jesu Grab

Forschungsprofil

Die Forschungsschwerpunkte von Prof. Dr. Hans-Ulrich Weidemann im Bereich der neutestamentlichen Schriften liegen im Corpus Paulinum, einschließlich der sog. Pastoralbriefe, dem Johannesevangelium samt den Johannesbriefen und dem lukanischen Doppelwerk aus Lukasevangelium und Apostelgeschichte. Thematische Forschungsschwerpunkte bilden die historischen Masculinity Studies im Rahmen der antiken Geschlechter- und Körpergeschichte, die frühjüdische und frühchristliche Askese, Christologie und Anthropologie, die frühchristlichen Eucharistiefeiern und Initiationsmähler samt den altkirchlichen Epiklesen, sowie die Auslegungsgeschichte des Johannesevangeliums in der Alten Kirche.

Die Forschungsschwerpunkte von Dr. Tobias Schmitz im Bereich der alttestamentlichen Schriften umfassen die Bücher Deuteronomium und Hosea sowie das Zwölfprophetenbuch und Jeremia. Thematische Schwerpunkte bilden die Theologie des Alten Testaments, insbesondere die Gott-Mensch-Beziehung, biblische Semantik und Pragmatik, alttestamentliche Anthropopathismen wie die Reue Gottes sowie Propheten und Prophetie.

Forschungsschwerpunkte Hans-Ulrich Weidemann

  • Corpus Paulinum, einschließlich der sog. Pastoralbriefe

  • Johannesevangelium und Johannesbriefe

  • Lukasevangelium und Apostelgeschichte

  • Historische Masculinity Studies

  • frühjüdische und frühchristliche Askese

  • Christologie und Anthropologie

  • Auslegungsgeschichte des Johannesevangeliums

Forschungsschwerpunkte Tobias Schmitz

  • Deuteronomium

  • Hosea und das Zwölfprophetenbuch

  • Jeremia

  • Theologie des Alten Testaments, insbesondere die Gott-Mensch-Beziehung

  • Biblische Semantik und Pragmatik

  • Alttestamentliche Anthropopathismen

  • Propheten und Prophetie

Neueste Publikationen

Book
2024

Das Johannesevangelium

Book chapter
2023

Heiligkeit und fleischliches Begehren

Journal article
2025

Wer zitiert wen? Zu den intertextuellen Bezügen zwischen Joel und Jona

Journal article
2025

Ehescheidung und Hass. Textkritisches zu Mal 2,16

Aktuelle Projekte

Derzeit sind keine Projekte oder Publikationen verfügbar.

Das Team

Hans-Ulrich Weidemann

Univ.-Prof. Dr. Hans-Ulrich Weidemann

Professor
Foto Tobias Schmitz

Dr. Tobias Schmitz

Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in
Personal profile photo

Cheryn Nabo-Al-Makhoul

Sekretariat z.Zt. beurlaubt

z. Zt. beurlaubt - bitte Vertretungsregelungen beachten

Forschungsprojekte

Laufende Forschungs- und Publikationstätigkeit

Die laufende Forschungs- und Publikationstätigkeit wurde und wird durch die folgenden mittel- und längerfristigen Forschungsaktivitäten und Drittmittelprojekte sowie die alttestamentliche Qualifikationsarbeit flankiert:

1. DFG-Projekt „Von der Fleischwerdung des Logos zur Unverweslichkeit seines Körpers. Johannesauslegung im aphthartodoketischen Streit und seiner Vorgeschichte“ (WE 4122/4-1)

Das dreijährige DFG-Projekt wurde 2025 mit der internationalen Tagung „His flesh did not see corruption (Acts 2:31). Patristic conceptions of Jesus’ body and their foundations in the New Testament“ in Siegen abgeschlossen. Das Projekt und die Tagung wurden von Prof. Dr. Hans-Ulrich Weidemann (Universität Siegen) zusammen mit Dr. Ute Possekel (Harvard Divinity School, Cambridge, MA) durchgeführt. Aktuell werden der Aufsatzband sowie die Monographie vorbereitet. 

2. Teildenomination Gender Studies/Masculinity Studies 

2016 hat Prof. Dr. Hans-Ulrich Weidemann eine Teildenomination „Gender Studies/Masculinity Studies“ im Rahmen des Landesprogramms „Förderung von Denominationen in der Genderforschung“ des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen eingeworben. Die Siegener Professur ist mit mehreren internationalen Projekten vernetzt. Zu nennen sind aktuell das in mehreren Sprachen erscheinende internationale und interdisziplinäre Projekt „The Bible and Women. An Encyclopaedia of Exegesis and Cultural History“ (https://www.bibleandwomen.org/) sowie das „Handbuch Theologische Genderforschung“ (HThG), das von Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins und Prof. Dr. Judith Könemann an der Universität Münster herausgegeben und ab 2027 im Springer Verlag erscheinen wird (https://www.uni-muenster.de/FB2/tff/forschen/forschungsprojekte.html). Der Inhaber der Siegener Professur gehört außerdem zum „Kernteam“ der Arbeitsstelle für kritische, interdisziplinäre und interreligiöse Männlichkeitsforschung (AKIIM) am Zentrum für Islamische Theologie der Universität Münster (siehe https://www.uni-muenster.de/ZIT/Religionspaedagogik/AKIIM/index.html) und ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Gender Studies an der Universität Siegen (Gestu_S). Gemeinsam mit Prof. Dr. Mathias Winkler (Regensburg) erarbeitet Hans-Ulrich Weidemann außerdem den Band „Männlichkeit“ für die bei Mohr Siebeck erscheinende Reihe TOBITH (Topoi Biblischer Theologie / Topics of Biblical Theology).

3. Kommentierung der sog. Pastoralbriefe (1Tim, 2Tim, Tit)

Prof. Dr. Hans-Ulrich Weidemann bereitet die Kommentierung der sog. Pastoralbriefe für die Reihe Ökumenischer Taschenbuchkommentar (ÖTK) vor. Zur Vernetzung mit anderen Kolleg:innen, die in verschiedenen Karrierephasen an den Pastoralbriefen arbeiten, hat er zusammen mit Prof. Dr. Stefan Krauter (Zürich) das „Colloquium Pastorale“ ins Leben gerufen, das seit 2021 jährlich stattfindet. 

4. Die Kommentierung der Johannespassion in der Alten Kirche (NTP)

Für das internationale rezeptionsgeschichtliche Projekt Novum Testamentum Patristicum (NTP), zu dessen editorial board er seit einigen Jahren gehört, hat Prof. Dr. Hans-Ulrich Weidemann federführend zusammen mit Prof. Dr. Andreas Hoffmann (Augustinus) und PD Dr. Nestor Kavvadas (orientalische Autoren) den Band zur Kommentierung der Johannespassion (Joh 18–19) in der Alten Kirche erarbeitet. Dabei standen nicht nur die inhaltlichen Hauptaussagen, sondern ebenso die Auslegungstechniken und die exegetischen Methoden der antiken Autoren im Fokus. Der Band ist Ende 2024 erschienen (https://de.vr-elibrary.de/doi/book/10.13109/9783666500800); Folgebände sind in Planung.

5. Habilitationsprojekt „Kriegsrhetorik und Erwählungsglaube. Eine exegetische Studie zu Dtn 7“

Dtn 7, ein Teil der paränetischen Rahmenreden des Buches Deuteronomium, ist vor allem für zwei konträre Aussagen bekannt: einerseits eine unerbittliche Kriegsrhetorik, die die gnadenlose Auslöschung sämtlicher im Lande befindlicher Fremdvölker anordnet (V. 1–5.16–26), andererseits eine anrührende Zusicherung, dass Israel von Gott geliebt und zum heiligen Volk erwählt ist (V. 6–15). Aber wie hängen diese beiden Themenkomplexe zusammen? Lässt sich einer der beiden als eigentliches Thema von Dtn 7 identifizieren oder stehen beide unverbunden nebeneinander? Welche rhetorische Funktion erfüllt das Neben- oder Miteinander von Kriegsrhetorik und Erwählungsglaube? Wie sind diese Aussagen innerhalb des Buches Deuteronomium vernetzt und welche Bezüge bestehen zu Gesetzestexten aus dem Buch Exodus sowie zu Kriegstexten aus dem Buch Josua? In welchem historischen Kontext ist Dtn 7 entstanden, was sollte der Text ursprünglich bewirken und wie wurde er im Laufe der Jahrhunderte erweitert? Diesen und weiteren Fragen widmet sich das Habilitationsprojekt von Dr. Tobias Schmitz (Mentor: Prof. Dr. Christian Frevel, Bochum). Es erforscht zum einen das Funktionieren von Dtn 7 als literarische und rhetorische Einheit und zum anderen den inhaltlichen Ertrag des Textes zu Kriegsrhetorik und Erwählungsglaube im Alten Testament vor dem Hintergrund seiner Entstehung in den jeweiligen historischen Kontexten und als Teil des sogenannten Hexateuch (Bücher Genesis bis Josua). Die Studie begreift sich somit dezidiert sowohl als synchron wie als diachron.

Wissenschaftskommunikation 

Die Wissenschaftskommunikation in Gesellschaft und Kirche ist ein wichtiges Anliegen der Mitarbeitenden an der Siegener Professur. Dazu gehört die regelmäßige Vortrags- und Weiterbildungsarbeit in Gemeinde und Erwachsenenbildung. Ein aktuelles Beispiel für die Vermittlung exegetischer Erkenntnisse in die Pastoral ist die Auslegung der Zeichengeschichten des Johannesevangeliums für die Ökumenische Bibelwoche 2025. Prof. Dr. Hans-Ulrich Weidemann ist außerdem Mitglied des Redaktionskreises von „Bibel und Kirche“, der Zeitschrift des Katholischen Bibelwerks e.V. (Stuttgart).