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Digital Public Health­

Teamfoto der Professur Digital Public Health

Seminar für Sozialwissenschaften

 

Die Professur für Digital Public Health beschäftigt sich mit der Entwicklung, Erprobung und Anwendung digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien in Gesundheitsförderung, Prävention sowie pflegerischer und medizinischer Versorgung – mit besonderem Fokus auf Nutzerorientierung und Evidenzbasierung.

Digital Public Health versteht sich als Wissenschaft und Praxis mit dem Ziel, durch digitale Technologien gesunde Lebenszeit zu verlängern, Krankheiten vorzubeugen oder zu lindern und das körperliche, psychische sowie soziale Wohlbefinden zu fördern. Dabei stehen gesundheitliche Chancengerechtigkeit, effiziente Ressourcennutzung und die Berücksichtigung gesellschaftlicher Lebenswelten im Mittelpunkt. Es erweitert das bisherige Verständnis der Handlungsfelder von digitalen Gesundheitstechnologien um Aspekte der Bevölkerungsgesundheit und Relationalität von Gesundheitshandeln und Lebenswelt. Die digitale Transformation wird als Handlungsfeld im Sinne von Health in All Policies integriert, Technikfolgen werden sozial, ethisch und gesundheitspolitisch reflektiert und entsprechende Rahmenbedingungen aktiv mitgestaltet.

Prof. Dr. Christoph Dockweiler

­­­­Aktuelles aus der Professur

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Öffentlichkeit

Prof. Dr. Dockweiler als Experte für die ARD-Produktion „Quarks Daily"

Für die Podcast-Folge „KI statt Arzt – Kann man den Chatbots vertrauen?“ von Quarks Daily unterstützte Christoph Dockweiler als wissenschaftlicher Experte die Redaktion.

Einblicke in eine app-gestützte Gesundheitsrallye von Studierenden
Studium
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Lehrforschungsprojekt: Spielerische Prävention von Substanzmissbrauch und emotionaler Erschöpfung

Im Rahmen eines Lehrforschungsprojekts im Masterstudium entwickelten Studierende der Universität Siegen zwei digitale Gesundheitsrallyes, um die Gesundheitskompetenz von Studierenden spielerisch zu stärken. Im Wintersemester 2025/26 setzten sich die Teilnehmenden interaktiv mit den Themen emotionale Erschöpfung im Studienalltag und Prävention von Substanzmissbrauch auseinander.

Die Rallyes führten über den Campus und in die Siegener Innenstadt, verbanden narrative Elemente mit kooperativen Aufgaben und vermittelten niedrigschwelliges, lebensnahes Präventionswissen. Die positive Evaluation zeigt: Digitale, spielerische Formate können Studierende wirksam für gesundheitsrelevante Themen sensibilisieren und ihre navigationalen Kompetenzen stärken.

Forschungsprofil

Digital Public Health befasst sich mit den Potenzialen, Voraussetzungen und Folgen der Digitalisierung für die öffentliche Gesundheit. Im Zentrum stehen digitale Technologien und datenbasierte Infrastrukturen, die in Prävention, Gesundheitsförderung sowie in pflegerischer und medizinischer Versorgung eingesetzt werden. Dabei werden digitale Anwendungen – etwa mobile Gesundheitsanwendungen, KI-gestützte Systeme oder plattformbasierte Versorgungsmodelle – nicht isoliert betrachtet, sondern in ihren sozialen, organisationalen, rechtlichen und ethischen Kontexten analysiert. Digital Public Health versteht Digitalisierung somit als strukturellen Transformationsprozess des Gesundheitssystems, der evidenzbasiert, gerecht und nachhaltig gestaltet werden muss.

Die Professur für Digital Public Health an der Universität Siegen untersucht die Entwicklung, Evaluation und Implementierung digitaler Interventionen und Technologien entlang des gesamten Innovationszyklus – von der theoriegeleiteten Konzeption über die empirische Prüfung bis zur nachhaltigen Integration in Versorgungsstrukturen. Ein besonderer Fokus liegt auf Nutzer*innenorientierung, Partizipation und Diversität. Digitale Innovationen werden konsequent aus Perspektive unterschiedlicher Zielgruppen betrachtet, insbesondere auch im Hinblick auf Vulnerabilität, gesundheitliche Ungleichheit und Fragen der digitalen Gesundheitskompetenz.

Ein zentraler Forschungsschwerpunkt liegt in der Versorgungs- und Implementationsforschung. Hier werden Akzeptanz, Adoption, Adhärenz und langfristige Nutzung digitaler Anwendungen ebenso untersucht wie organisationale Voraussetzungen und Governance-Strukturen. Theoretische Modelle der Technikakzeptanz, Konzepte der Implementierungsforschung sowie Ansätze der Gesundheitskompetenz- und Ungleichheitsforschung werden systematisch integriert und weiterentwickelt. Ziel ist es, robuste theoretische und empirische Grundlagen für eine wirksame digitale Transformation des Gesundheitswesens zu schaffen.

Rechtliche und ethische Fragestellungen – etwa im Kontext von Datenschutz, KI-Regulierung, Interoperabilität oder Verantwortungszuschreibungen in digital gestützten Entscheidungsprozessen – sind integraler Bestandteil der Forschung. Methodisch arbeitet die Professur mit quantitativen, qualitativen und Mixed-Methods-Designs und entwickelt Evaluationsansätze für komplexe digitale Interventionen weiter. Die Forschung ist national und international vernetzt, drittmittelstark ausgerichtet und eng mit Akteur*innen aus Wissenschaft, Politik und Versorgungspraxis verbunden.

Ziel ist es, evidenzbasierte Entscheidungsgrundlagen für Politik und Praxis bereitzustellen und die digitale Transformation im Gesundheitswesen wissenschaftlich fundiert, partizipativ und verantwortungsvoll zu gestalten.

 

Forschungsschwerpunkte

  • Effekte der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in Gesundheitsförderung, Prävention, medizinischer, pflegerischer und rehabilitativer Versorgung 
  • Adoptions- und Akzeptanzforschung im Rahmen der Aneignung und Nutzung gesundheitsbezogener (Versorgungs-)Technologien in Lebenswelten
  • Nutzer*innenorientierung in der Versorgungsforschung mit dem Schwerpunkt auf digitale unterstützte Versorgungssettings
  • Implementationsforschung im Bereich innovativer digitaler Gesundheitstechnologien 
  • Partizipative Versorgungsforschung

 

Neueste Publikationen

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Fit für die digitale Reha-Nachsorge: Anforderungen an die Gestaltung von Schulungen aus multiperspektivischen World Cafés

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2026

Adopting assistive technologies for the support and care of people with mild dementia living at home—Understanding the decision-making process: a qualitative study

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Modellierung Digitaler Teilhabe von Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung. Perspektiven auf die Eingliederungshilfe

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2025

Implementation Factors of Digital Health Interventions in Depression Care—The Perspective of Health Professionals

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Health Literacy und Selbstmanagement bei Langzeitüberlebenden nach Krebserkrankungen (HeLiS)

Nach einer Krebserkrankung beginnt für viele ein herausfordernder Alltag – ein diversitätssensibles, partizipativ entwickeltes digitales Angebot soll dabei gezielt Gesundheitskompetenz und Selbstmanagement stärken.

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Hyperindividualisierte Gesundheitskommunikation in der Suchtprävention durch KI (IndiSuKI)

Das Projekt entwickelt eine innovative KI-gestützte App, die personalisierte Präventionsbotschaften für junge Erwachsene bietet und als alltagsnaher Begleiter Prävention wirksamer und persönlicher macht.

 

 

Das Team

Profilfoto von Professor Christoph Dockweiler

Univ.-Prof. Dr. Christoph Dockweiler

Professor*in
Profilfoto von Mitarbeiterin Joanna Albrecht

Dr. Joanna Albrecht

Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in
Foto von Tessa Schulenkorf

Dr. Tessa Schulenkorf

Projektmitarbeiter*in
Stark-Blomeier_neu

Lea Stark-Blomeier

Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in
Profilbild

Pinar Tokgöz

Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in
Carlotta Westfeld

Carlotta Westfeld

Projektmitarbeiter*in