Auf der diesjährigen Herbsttagung soll die Thematik der sozialen Ungleichheit mit ihren Auswirkungen auf die Demokratie und politische Bildung diskutiert werden. Dabei geht es u.a. darum, danach zu fragen, inwiefern das gegenwärtige Wirtschaftssystem nicht nur von Ungleichheit geprägt, sondern auch auf sie angewiesen ist, d.h. ob Ungleichheit ein ‚Nebeneffekt‘ oder eine funktionale Notwendigkeit ist oder noch weitere Funktionen erfüllt.
Politische Bildung erreicht oft genau diejenigen nicht, die am stärksten von Ungleichheit betroffen sind und verstärkt so bestehende Asymmetrien: Wer viel politische Bildung erfährt, nimmt auch Angebote der politischen Bildung wahr. Wer lange im Schulsystem verweilt und Abitur macht, erhält in der Regel viel mehr politische Bildung als Personen, die die Oberstufe nicht besuchen. Ungleichheit beeinflusst zudem den Zugang zu politischer Bildung. In der außerschulischen politischen Bildung im Speziellen und der Jugendarbeit im Allgemeinen gibt es oft höhere Zugangshürden, als es das Selbstverständnis der Akteur:innen und der Institutionen vermuten lässt. Auch hier regelt die ungleiche Verteilung an Ressourcen den Zugang (zumindest mit). Verschiedene Ansätze der politischen Bildung versuchen dies zu berücksichtigen und Angebote für bestimmte Zielgruppen anzubieten, die Zielgruppen aufzusuchen oder mit Methoden und Konzepten zu arbeiten, die bestimmte Zielgruppen in ihrem Politikbegriff zu erreichen versuchen. Auch diese sollen Thema der Tagung werden.