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Digital Public Health­

Teamfoto der Professur Digital Public Health

Seminar für Sozialwissenschaften

 

Die Professur für Digital Public Health beschäftigt sich mit der Entwicklung, Erprobung und Anwendung digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien in Gesundheitsförderung, Prävention sowie pflegerischer und medizinischer Versorgung – mit besonderem Fokus auf Nutzerorientierung und Evidenzbasierung.

Digital Public Health versteht sich als Wissenschaft und Praxis mit dem Ziel, durch digitale Technologien gesunde Lebenszeit zu verlängern, Krankheiten vorzubeugen oder zu lindern und das körperliche, psychische sowie soziale Wohlbefinden zu fördern. Dabei stehen gesundheitliche Chancengerechtigkeit, effiziente Ressourcennutzung und die Berücksichtigung gesellschaftlicher Lebenswelten im Mittelpunkt. Es erweitert das bisherige Verständnis der Handlungsfelder von digitalen Gesundheitstechnologien um Aspekte der Bevölkerungsgesundheit und Relationalität von Gesundheitshandeln und Lebenswelt. Die digitale Transformation wird als Handlungsfeld im Sinne von Health in All Policies integriert, Technikfolgen werden sozial, ethisch und gesundheitspolitisch reflektiert und entsprechende Rahmenbedingungen aktiv mitgestaltet.

Prof. Dr. Christoph Dockweiler

­­­­Aktuelles aus der Professur

Schönheitseingriffe
Studium
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Lehrforschungsprojekt: Social Media und die Motivation für minimalinvasive kosmetische Eingriffe

Die Nachfrage nach minimalinvasiven kosmetischen Behandlungen hat parallel zu einer steigenden Nutzung von sozialen Medien zugenommen. Regulatorisch hat diese Entwicklung Brisanz gewonnen, als der Bundesgerichtshof im Juli 2025 entschied, dass Vorher-Nachher-Werbung für Hyaluronsäure-Unterspritzungen bei Nasen-/ und Kinnkorrekturen unzulässig ist. Vor diesem Hintergrund untersuchten Studierende im Masterstudium Digital Public Health, inwiefern soziale Medien die Motivation für Behandlungen mit Botox und Hyaluronsäure beeinflussen.

Handynutzung

Konsumtagebuch, digitaler Coach und Push-Nachrichten. Wie funktioniert digitale Suchtprävention heute?

Im Forschungsprojekt IndiSuKI entwickeln wir eine KI zur personalisierten Cannabisprävention für junge Erwachsene. In einer umfangreichen Literaturrecherche haben wir uns angeschaut, welche Gestaltungsmöglichkeiten digitale Suchtprävention bereits nutzt und wo bestehende Angebote an ihre Grenzen stoßen. 

Für KI-Medizinprodukte fehlen in Europa nicht die Regeln – sondern die Messlatte.
Kleines Fach, keine Nische. Digital Public Health im Porträt
Die wichtigste Kompetenz in Digital Public Health? Nicht KI.
„Stimmt die Antwort?“ ist bei KI im Gesundheitswesen die falsche Frage.
4. Promotionskolloquium der Professur Digital Public Health
Prof. Dr. Dockweiler als Experte für die ARD-Produktion „Quarks Daily"

Forschungsprofil

Digital Public Health befasst sich mit den Potenzialen, Voraussetzungen und Folgen der Digitalisierung für die öffentliche Gesundheit. Im Zentrum stehen digitale Technologien und datenbasierte Infrastrukturen, die in Prävention, Gesundheitsförderung sowie in pflegerischer und medizinischer Versorgung eingesetzt werden. Dabei werden digitale Anwendungen – etwa mobile Gesundheitsanwendungen, KI-gestützte Systeme oder plattformbasierte Versorgungsmodelle – nicht isoliert betrachtet, sondern in ihren sozialen, organisationalen, rechtlichen und ethischen Kontexten analysiert. Digital Public Health versteht Digitalisierung somit als strukturellen Transformationsprozess des Gesundheitssystems, der evidenzbasiert, gerecht und nachhaltig gestaltet werden muss.

Die Professur für Digital Public Health an der Universität Siegen untersucht die Entwicklung, Evaluation und Implementierung digitaler Interventionen und Technologien entlang des gesamten Innovationszyklus – von der theoriegeleiteten Konzeption über die empirische Prüfung bis zur nachhaltigen Integration in Versorgungsstrukturen. Ein besonderer Fokus liegt auf Nutzer*innenorientierung, Partizipation und Diversität. Digitale Innovationen werden konsequent aus Perspektive unterschiedlicher Zielgruppen betrachtet, insbesondere auch im Hinblick auf Vulnerabilität, gesundheitliche Ungleichheit und Fragen der digitalen Gesundheitskompetenz.

Ein zentraler Forschungsschwerpunkt liegt in der Versorgungs- und Implementationsforschung. Hier werden Akzeptanz, Adoption, Adhärenz und langfristige Nutzung digitaler Anwendungen ebenso untersucht wie organisationale Voraussetzungen und Governance-Strukturen. Theoretische Modelle der Technikakzeptanz, Konzepte der Implementierungsforschung sowie Ansätze der Gesundheitskompetenz- und Ungleichheitsforschung werden systematisch integriert und weiterentwickelt. Ziel ist es, robuste theoretische und empirische Grundlagen für eine wirksame digitale Transformation des Gesundheitswesens zu schaffen.

Rechtliche und ethische Fragestellungen – etwa im Kontext von Datenschutz, KI-Regulierung, Interoperabilität oder Verantwortungszuschreibungen in digital gestützten Entscheidungsprozessen – sind integraler Bestandteil der Forschung. Methodisch arbeitet die Professur mit quantitativen, qualitativen und Mixed-Methods-Designs und entwickelt Evaluationsansätze für komplexe digitale Interventionen weiter. Die Forschung ist national und international vernetzt, drittmittelstark ausgerichtet und eng mit Akteur*innen aus Wissenschaft, Politik und Versorgungspraxis verbunden.

Ziel ist es, evidenzbasierte Entscheidungsgrundlagen für Politik und Praxis bereitzustellen und die digitale Transformation im Gesundheitswesen wissenschaftlich fundiert, partizipativ und verantwortungsvoll zu gestalten.

 

Forschungsschwerpunkte

  • Effekte der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in Gesundheitsförderung, Prävention, medizinischer, pflegerischer und rehabilitativer Versorgung 
  • Adoptions- und Akzeptanzforschung im Rahmen der Aneignung und Nutzung gesundheitsbezogener (Versorgungs-)Technologien in Lebenswelten
  • Nutzer*innenorientierung in der Versorgungsforschung mit dem Schwerpunkt auf digitale unterstützte Versorgungssettings
  • Implementationsforschung im Bereich innovativer digitaler Gesundheitstechnologien 
  • Partizipative Versorgungsforschung

 

Neueste Publikationen

Christoph Dockweiler

Beyond accuracy: how generative artificial intelligence reshapes the foundations of public health discourse

Carolin Huperz, Vincent Katter, Beate Klemme, Ismail Özlü, Christoph Dockweiler, Rena Isabel Amelung

Hybride Interaktionssysteme in der Diabetesversorgung – Bedürfnisse, Potenziale und Herausforderungen aus Sicht von Patient*innen und medizinischen Fachkräften

Laura Maaß, Anna Lea Stark-Blomeier, Pinar Tokgöz, Florian Fischer, Henriette Schulz, Joanna Albrecht

Building consensus on core teaching content of a digital public health curriculum: a Delphi study with public health experts in Germany

Svenja Reisinger, Raoul Kirmes, Christoph Dockweiler

Risk-adjusted conformity assessment of AI systems in healthcare: A scoping review

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Entwicklung eines mehrdimensionalen Modelles zur erfolgreichen Einführung und routinemäßigen Nutzung der elektronischen Patientenakte im deutschen Gesundheitssystem unter Beachtung von Vertrauen als zentralen Mechanismus (VERA)

Das Projekt VERA untersucht, welche Faktoren das Vertrauen in die elektronische Patientenakte beeinflussen und welche Rolle dieses Vertrauen für die Akzeptanz und Nutzung digitaler Gesundheitsanwendungen spielt. Ziel ist es, Erkenntnisse zur Förderung einer vertrauenswürdigen digitalen Gesundheitsversorgung zu gewinnen.

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Health Literacy und Selbstmanagement bei Langzeitüberlebenden nach Krebserkrankungen (HeLiS)

Nach einer Krebserkrankung beginnt für viele ein herausfordernder Alltag – ein diversitätssensibles, partizipativ entwickeltes digitales Angebot soll dabei gezielt Gesundheitskompetenz und Selbstmanagement stärken.

Das Team

Profilfoto von Professor Christoph Dockweiler

Univ.-Prof. Dr. Christoph Dockweiler

Professor
Barbara Steins

Barbara Steins

Sekretariat
Profilfoto von Mitarbeiterin Joanna Albrecht

Dr. Joanna Albrecht

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Foto von Tessa Schulenkorf

Dr. Tessa Schulenkorf

Projektmitarbeiterin
Stark-Blomeier_neu

Lea Stark-Blomeier

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Profilbild

Dr. Pinar Tokgöz

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Carlotta Westfeld

Carlotta Westfeld

Projektmitarbeiterin